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Entwicklung eines gemeinsamen Ansatzes in der Migrationsfrage - 06/05/2011

Ein Junge in einer Aufnahmeeinrichtung in Malta wirft einen Fußball in die Luft © EU

Die EU strebt ein gemeinsames Asylsystem, verschärfte Kontrollen an den Außengrenzen, eine bessere Überwachung ihres Binnenraums ohne Grenzen und eine Einwanderungspolitik an, mit deren Hilfe sich die Lücken auf dem Arbeitsmarkt schließen lassen.

Hilfe für die anderen

Seit Jahresbeginn haben die politischen Unruhen in Nordafrika 25 000 Migranten an die Küsten der EU getrieben - hauptsächlich nach Italien und Malta.

Die EU ist moralisch verpflichtet, rechtmäßig schutzbegehrenden Asylbewerbern einen sicheren Zufluchtsort zu bieten. Daher ist von allen EU-Ländern Unterstützung zu erwarten, wenn ein plötzlicher Zustrom von Migranten die Aufnahmekapazität der Länder an den Außengrenzen zu sprengen droht.

Aber angesichts der Bilder von altersschwachen Booten und übervölkerten Stränden darf auch nicht übersehen werden, dass ein besser strukturierter, umfassender und langfristiger Ansatz in der Asyl- und Migrationsfrage auch im Eigeninteresse Europas liegt.

Hilfe für uns

Die Zahlen sprechen für sich: 2007 belief sich die Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Europa auf 235 Millionen. Die erwerbstätige Bevölkerung bezahlt unsere Renten und finanziert unsere Gesundheits- und Sozialsysteme, die bereits jetzt unter erheblichen Druck stehen.

Bis 2060 wird die Anzahl der Erwerbstätigen in Europa um 50 Millionen zurückgegangen sein, wenn die Einwanderungsquoten weiterhin so bleiben, wie sie bisher waren. Sollten die Einwanderungsquoten aber zurückgehen, werden 110 Millionen Erwerbstätige weniger als heute dazu beitragen, das europäische Sozialmodell am Leben zu erhalten.

Bis 2020 werden voraussichtlich allein im Gesundheitswesen rund eine Million Arbeitskräfte fehlen. Migranten können dazu beitragen, diese und andere Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.

Ein ausgewogener Ansatz

In den neuen Vorschlägen der Kommission zur Migrationsfrage English wird unterschieden zwischen Wirtschaftsmigranten, die illegal in die EU zu gelangen versuchen, Flüchtlingen, Asylsuchenden und vorübergehend Vertriebenen, die in ihre Herkunftsländer zurückkehren wollen. Die Vorschläge umfassen die folgenden wesentlichen Elemente:

  • Verabschiedung eines gemeinsamen europäischen Ansatzes in der Asylfrage bis 2012
  • Verschärfung der Kontrollen an den Außengrenzen der EU und Überwachung des Binnenraums ohne Grenzen zur Eindämmung der illegalen Einwanderung und Verbrechensbekämpfung
  • Nutzung der legalen Migration als Chance, dem voraussichtlichen Arbeits- und Fachkräftemangel zu begegnen
  • Informationsaustausch über Verfahren zur bestmöglichen Integration der legalen Einwanderer
  • Verfolgung eines strategischen Ansatzes in den Beziehungen zu Drittländern mit dem Ziel, die legale Migration zu erleichtern und die irreguläre Migration zu verhindern

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