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Menschenhandel - ein Form moderner Sklaverei - 18/10/2010

Hände, mit einem Seil gefesselt © iStock/Juanmonino

Das Ziel, eine wirksame Antwort auf den Menschenhandel zu finden, liegt noch in weiter Ferne. Daher benötigen wir ein koordiniertes EU-Konzept gegen den Menschenhandel, um den Verbrechern das Handwerk zu legen und die Opfer zu schützen.

Der Menschenhandel nimmt innerhalb der EU wie auch weltweit immer weiter zu. Laut einem Europol-Bericht English aus dem Jahre 2009 haben die Osterweiterung der EU und die Verringerung interner Grenzkontrollen zu einer Zunahme des Menschenhandels sowohl zwischen den EU-Ländern als auch von außen in die EU geführt.

Frauen und Kinder, die Hauptopfer des Menschenhandels, werden meist zum Zwecke der Prostitution oder der Zwangsarbeit in andere Länder geschleust. Kinder werden auch als Bettler ausgebeutet oder für illegale Tätigkeiten wie Kleindiebstähle eingesetzt.

Der Menschenhandel ist ein millionenschweres Geschäft, das hauptsächlich von Netzwerken organisierter Verbrecherbanden betrieben wird. Die Zahl der jährlich in die EU oder innerhalb der EU verschleppten Menschen wird auf mehrere Hunderttausend geschätzt.

Ein gemeinsames Konzept der EU zur Bekämpfung dieser modernen Form der Sklaverei beinhaltet Verhütung des Menschenhandels, Verfolgung der Verbrecher und Hilfe für die Opfer.

Im Rahmen des vierten Europäischen Tages gegen den Menschenhandel soll auf einer Konferenz in Brüssel am 18./19. Oktober darüber nachgedacht werden, wie sich diese Ziele erreichen lassen, und auf eine kriminelle Tätigkeit aufmerksam gemacht werden, die sich schwer bekämpfen lässt. Die Opfer haben oft zu viel Angst, zu flüchten oder vor Gericht auszusagen.

Um den Kampf gegen den Menschenhandel zu intensivieren, schlägt die Kommission ein gemeinsames, grenzübergreifendes Konzept sowohl auf EU- als auch auf internationaler Ebene vor. Innerhalb der EU würde dies zu einer besseren polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten sowie zu einheitlicheren Gesetzen und Urteilen führen.

EU-Bürger könnten auch für Verbrechen im Ausland verfolgt werden. Auch diejenigen würden bestraft, die Dienstleistungen verschleppter Personen in Anspruch nehmen.

Die Opfer erhielten mehr Schutz, Prozesskostenhilfe und Rechtshilfe. Außerdem können die EU-Länder als Gegenleistung für die Zusammenarbeit der Opfer mit den Untersuchungsbehörden Aufenthaltsgenehmigungen erteilen, die an die Dauer der Verfahren gebunden sind, doch diese Praxis ist noch nicht weit verbreitet.

Auch international unternimmt die EU etwas. Durch Zusammenarbeit mit anderen Ländern möchte sie den Menschenhandel an der Quelle unterbinden. Ferner stellt sie zur Verhütung des Menschenhandels EU-Mittel zur Verfügung.

Mehr über EU-Maßnahmen gegen den Menschenhandel English

Mehr über internationale Maßnahmen English

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