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Beschlagnahmter Mafia-Besitz dient nun guten Zwecken - 02/12/2009

Autos und Menschen auf einer Straße mit heruntergekommenen Gebäuden ©EC

Die EU unterstützt die Entwicklung Süditaliens durch Finanzierung der Umwandlung ehemaliger Mafia-Besitztümer in Bildungs- und Unternehmenszentren.

Wie bestraft man einen Menschen, der über 100 Morde auf dem Gewissen hat? Wie durchbricht man die Spirale von Armut und Verzweiflung, entstanden in Jahren der Gewalt und Einschüchterung durch die Mafia? Die italienische Polizei brachte nicht nur den berüchtigten Mafia-Boss Giovanni Brusca für den Rest seines Lebens hinter Gitter, sie beschlagnahmte auch seine Immobilien.

Zwar sind lebenslange Haftstrafen ein gewisser Trost für Mafia-Opfer, doch lösen sie nicht die grundsätzlichen Probleme hoher Arbeitslosigkeit und Armut, die es den Verbrechern überhaupt ermöglichten, ihre Machtposition aufzubauen. Organisiertes Verbrechen ist eines der größten Hindernisse für die Entwicklung im süditalienischen Mezzogiorno, denn es bremst die Produktivität und schreckt potenzielle Investoren ab.

Die EU hat die italienischen Behörden dabei unterstützt, 50 beschlagnahmte Mafia-Immobilien in Unternehmen und Projekte umzuwandeln, zum Beispiel im Bildungswesen und im Agrotourismus. Dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen. Gleichzeitig wird jungen Menschen eine Alternative zu einem Leben als Verbrecher angeboten.

Die Botschaft der Projekte an die lokale Bevölkerung ist klar: Es ist möglich, die Mafia zu bekämpfen und erfolgreiche Unternehmen im Rahmen der Legalität zu führen.

In Palermo hat die EU außerdem Mittel dafür bereitgestellt, ein ehemaliges Grundstück des Mafia-Bosses Giovanni Bruscas in einen Spielplatz und Ort der Erinnerung an junge Opfer von Mafia-Verbrechen umzuwandeln. Opfer wie der 15jährige Guiseppe Di Matteo, der über zwei Jahre lang gefangen gehalten worden war, bevor er erwürgt und sein Körper in Säure aufgelöst wurde.

In Kampanien wurden ein Jugendzentrum, das Bildungs- und Freizeitaktivitäten anbietet, sowie die lokale Polizeistation auf Land errichtet, das Giorgio Marano, einem ehemals führenden Kopf der Camorra, gehörte.

Jede Flasche Wein aus der Weinkellerei „Centopassi“ ist einem Opfer der Mafia gewidmet. Das Grundstück, auf dem sie steht, gehörte Giovanni Genovese beschlagnahmt, der 2007 wegen Erpressung und anderer Verbrechen inhaftiert wurde. Auch dieses Anwesen wurde polizeilich beschlagnahmt.

Die EU stellt im Zeitraum 2007-2013 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) insgesamt 64 Millionen Euro für die Umwandlung ehemaliger Mafia-Grundstücke und Mafia-Besitztümer zur Verfügung. Dieses Projekt ist Teil des Programms „Sicherheit für die Entwicklung" in den vier süditalienischen Regionen Kalabrien, Kampanien, Apulien und Sizilien.

Nach Polen und Spanien erhält Italien die höchsten Unterstützungsleistungen aus EU-Mitteln für regionale Entwicklung. Im Zeitraum 2007 bis 2013 werden 28,8 Milliarden Euro an Italien vergeben, von denen 21,9 Mrd. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und 6,9 Mrd. Euro aus dem Europäischen Sozialfonds stammen.

Informationen über EU-Maßnahmen zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität.

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