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EU verstärkt den Kampf gegen Menschenhandel und Kindesmissbrauch - 25/03/2009

Neue Gesetze für den Schutz der Schwächsten vor schrecklichen Verbrechen

Die Kommission fordert strengere Gesetze gegen Menschenhandel und sexuellen Missbrauch von Kindern, da ihrer Auffassung nach die bestehenden Mittel nicht dem Ausmaß und der Schwere des Problems gerecht werden.

Weltweit sind Schätzungen zufolge 1,2 Millionen Menschen Opfer von Menschenhandel, zumeist als billige Arbeitskräfte oder für die Prostitution. Am häufigsten sind Frauen und Mädchen betroffen.

Es gibt wenige zuverlässige Statistiken über die Anzahl der Menschen, die nach Europa oder innerhalb Europas Grenzen verschleppt werden, doch es sind wahrscheinlich Hunderttausende. Doch wurden 2006, im letzten Jahr, für das Zahlen vorliegen, nur 1 500 Fälle von Menschenhandel vor die Gerichte gebracht. Nur 3 000 Opfer erhielten Unterstützung.

Menschenhandel ist ein sehr ertragreiches Geschäft, und die meisten Menschenhändler gehören der organisierten Kriminalität an. Zwar operieren sie vornehmlich von außerhalb der EU, doch auch innerhalb der EU gibt es mehr und mehr Händlernetze, vor allem seit der Osterweiterung.

Nach den neuen Vorschlägen der Kommission sollen die EU-Länder angeregt werden, EU-Bürger für Straftaten zur Rechenschaft zu ziehen, die sie in anderen Ländern begangen haben. Auch sollen Ermittlungsmethoden für andere Arten der organisierten Kriminalität zum Einsatz kommen, z. B. das Abhören von Telefongesprächen oder das Aufspüren der Wege von kriminell erworbenen Geldern.

In den Vorschlägen werden ferner bessere Rechtsmittel für die Bestrafung von Menschenhändlern und für mehr Schutz und Hilfe für Opfer gefordert. Mit der Überwachung der Durchsetzung würden unabhängige nationale Agenturen beauftragt.

Die Kommission hat außerdem die Rechtsvorschriften gegen den sexuellen Missbrauch und die Ausbeutung von Kindern überarbeitet. Auch hier sind verlässliche Zahlen schwer zu erhalten. Doch Studien zufolge nehmen bestimmte Formen der sexuellen Gewalt gegen Kinder in Europa zu, und eine nicht unerhebliche Minderheit von Kindern in Europa, zwischen 10 % und 20 %, wird während ihrer Kindheit sexuell missbraucht.

Laut dem Vorschlag soll es künftig leichter werden, kriminelle Handlungen wie das Anlocken von Kindern über das Internet leichter unter Strafe zu stellen und die Durchsetzung der Rechtsvorschriften im Bereich Kinderpornografie zu verschärfen. 2008 wurden über 1000 kommerzielle und ungefähr 500 nichtkommerzielle Websites mit kinderpornografischen Inhalten gefunden, ungefähr 70 % davon in den USA.

Im Auftrag der Kommission entwickelt die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte English Methoden zur Messung des Wohlergehens von Kindern in Europa auf Grundlage von Faktoren wie familiäres Umfeld, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt, Bildung und zivile Verantwortung.

Weitere Informationen über die Maßnahmen der EU gegen Menschenhandel English

Weitere Informationen über Kinderrechte in der EU English

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