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Anlaufstelle für Migranten - 02/10/2008

Eingang des Zentrums für Migrationsfragen in Bamako (Mali)

Das erste Zentrum für Migrationsfragen und Migrationssteuerung außerhalb der EU nimmt seine Arbeit auf.

Jedes Jahr versuchen Tausende Afrikaner, illegal nach Europa einzuwandern, und nehmen dafür große Gefahren auf sich. Der Traum von einem besseren Leben endet allzu oft in einer Tragödie auf See.

Daher gehört die Aufklärung über die Risiken der illegalen Einwanderung zu den Hauptaufgaben des neuen Zentrums in Bamako français, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Mali. Das Zentrum versteht sich als Anlaufstelle für potenzielle Migranten. Es informiert über die Möglichkeiten einer legalen Einwanderung und unterstützt Interessenten mit gezielter Weiterbildung bei der Jobsuche.

Mali ist ein optimaler Standort für das Pilotprojekt. Das Durchreiseland für Migranten auf ihrem Weg nach Europa ist auch eine wichtige Quelle von Arbeitskräften für seine Nachbarländer. Etwa vier Millionen Malier leben im Ausland – ein wahrer Exodus, wenn man bedenkt, dass Mali insgesamt nur zwölf Millionen Einwohner hat. Die meisten von ihnen sind über ganz Westafrika verstreut, lediglich rund 200 000 leben in Europa.

Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft, wobei Baumwolle die größte Einnahmequelle darstellt. Das Land ist stark abhängig von dem Geld, das die Migranten ihren Familien nach Hause schicken. Ein Großteil dieser Geldmittel geht jedoch durch die Überweisungsgebühren verloren. Das Zentrum prüft derzeit Vorschläge zur Senkung dieser Kosten.

Das Zentrum arbeitet auch mit Migranten zusammen, die nach Hause zurückkehren, und hilft ihnen bei der Wiedereingliederung in ihr Heimatland. Die meisten Migranten sind junge Männer, die in ihrer Heimat keine Arbeit finden. Oft gehen sie für Monate oder sogar mehrere Jahre ins Ausland und überlassen Frauen, Kindern und Älteren die Bewirtschaftung von Grund und Boden.

Europa ist die zweite Heimat der meisten ausgewanderten Afrikaner. Viele sind aus Nordafrika, aber die Zuwanderung aus Ländern südlich der Sahara – wie beispielsweise Mali – nimmt stetig zu.

Das Zentrum beschäftigt rund 40 Mitarbeiter und verfügt über ein Budget von rund 10 Millionen Euro. Offiziell wird es seine Arbeit am 6. Oktober aufnehmen.

Zuwanderung aus Mali – weitere Informationen français.

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