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Gleichbehandlung nicht nur auf dem Papier - 29/09/2008

Mann im Rollstuhl bei der Arbeit mit einer Lötlampe.

Im Rahmen einer Konferenz zum Thema Diskriminierung wird erörtert, warum die bestehenden Rechtsvorschriften in der Praxis nur ungenügend Wirkung zeigen.

In Europa gibt es strenge Antidiskriminierungsvorschriften, aber bis zur tatsächlichen Gleichbehandlung aller Bürger ist es noch ein weiter Weg. Auf dem Gleichstellungsgipfel am 29./30. September in Paris diskutieren Experten darüber, was seit der letztjährigen EU-weiten Kampagne gegen Diskriminierung erreicht wurde.

Auf dem Arbeitsmarkt bestehen nach wie vor große Ungleichheiten. Frauen verdienen 15 % weniger als Männer (im Privatsektor sogar 25 % weniger) und sind seltener in Führungspositionen anzutreffen. Nur 50 % der Menschen mit Behinderungen haben einen Arbeitsplatz, dagegen 68 % der Menschen ohne Behinderungen. Und sowohl junge als auch ältere Bürger beklagen sich weiterhin über Altersdiskriminierung.

Auch in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Bildung, Sozialversicherung und Wohnungswesen leiden dieselben Gruppen unter Diskriminierung. Im Juli hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für einen Rechtsakt unterbreitet, der in den genannten Bereichen für Schutz vor Diskriminierung sorgen würde – als Ergänzung der diesbezüglichen Rechtsvorschriften im Bereich Beschäftigung.

Der Kampf gegen Diskriminierung erfordert jedoch mehr als wirksame Rechtsvorschriften. Ein Ziel der Konferenz ist herauszufinden, wie sich tief verwurzelte Verhaltensweisen sowie seit langem bestehende institutionelle Verfahren und berufliche Praktiken verändern lassen.

Da die EU-Länder keine einheitlichen Datenerhebungen durchführen und sich Vergleiche so als schwierig, wenn nicht unmöglich, erweisen, ist es nicht einfach, sich ein eindeutiges Bild über Diskriminierung in Europa zu machen.

Laut einer sind die Europäer jedoch der Meinung, dass Diskriminierung aufgrund der Rasse oder ethnischen Herkunft die häufigste Form der Diskriminierung in der EU ist – und weiter zunimmt. Andere Formen der Diskriminierung würden hingegen entweder seltener (Diskriminierung aufgrund des Alters oder Geschlechts) oder zumindest nicht häufiger werden (Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung).

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