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Millenniums-Entwicklungsziele: Die Zeit drängt! - 21/04/2010

Afrikaner mit einer EU-Flagge als Umhang © EC

Die EU-Länder haben versprochen, Hunger, Armut und Krankheit zu bekämpfen. Doch wie können sie ihr Versprechen einlösen? Die EU gibt Empfehlungen.

Nach Auffassung von Entwicklungskommissar Andris Piebalgs sollten sich die EU-Länder finanziell stärker für die Armen der Welt einsetzen. Er fordert die Länder mit Nachdruck auf, Jahrespläne zu erstellen, die Mittel für die Entwicklungshilfe zu erhöhen und die bereitgestellten Gelder effizienter einzusetzen.

Zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der von den UN-Mitgliedern vor rund einem Jahrzehnt angenommenen Entwicklungsziele Englishespañolfrançais hat die Kommission einige Empfehlungen abgegeben. Bei deren Vorstellung wies Kommissar Piebalgs darauf hin, dass die Jahrespläne realistisch und überprüfbar sein müssen.

Die Kommission empfiehlt den EU-Ländern, ihre neuen Pläne noch vor dem diesjährigen UN-Gipfel zu den Entwicklungszielen vorzulegen. Auf diesem für September angesetzten Gipfel wird von den führenden Politikern ein neues Engagement im Kampf gegen Hunger, Armut und Krankheit erwartet.

"Europa muss im Kampf gegen die Armut auch in Zukunft der wichtigste und glaubwürdigste Vorreiter bleiben", erklärte der Entwicklungskommissar. "Wir müssen unser Versprechen, mehr und bessere Hilfe zu leisten, einlösen."

In der Entwicklungshilfe stammen über die Hälfte der offiziell bereitgestellten Mittel aus der EU. Somit ist sie der weltgrößte Geber.

Im Jahr 2008 war die Entwicklungshilfe noch stark angestiegen, doch 2009, als die Finanzkrise Europa erschütterte und die seit Jahrzehnten schlimmste Rezession auslöste, gingen auch in diesem Bereich die Ausgaben zurück. Alle EU-Länder zusammengenommen leisteten für die ärmsten Länder der Welt Entwicklungshilfe in Höhe von 49 Milliarden Euro - ungefähr 0,4 % des Bruttoeinkommens der EU. Die EU-Länder haben sich jedoch verpflichtet, ihre Hilfe bis 2015 auf 0,7 % des Bruttoeinkommens zu erhöhen.

Die in einem Zwölfpunkte-Aktionsplan zusammengefassten Empfehlungen der EU umfassen unter anderem innovative Finanzierungsmethoden und mehr Maßnahmen gegen die Steuerhinterziehung in den Entwicklungsländern.

Das wichtigste von den UN-Ländern im Jahr 2001 angenommene Millenniumsziel ist eine Senkung des Anteils der in extremer Armut lebenden Bevölkerung - die mit weniger als 1,25 US-Dollar am Tag auskommen muss - an der Weltbevölkerung um 50 %. Nach dieser Definition sollte ihr Anteil gegenüber dem als Bezugsgröße festgelegten Wert von 1990 von 42 % auf 21 % der Weltbevölkerung sinken.

Auch wenn es große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Regionen gab, sah es 2005 noch so aus, als sei die Welt auf dem besten Wege, dieses Ziel zu erreichen. Den Zahlen der Weltbank zufolge lebten zu diesem Zeitpunkt 1,4 Milliarden Menschen, d. h. 26 % der Weltbevölkerung, in extremer Armut.

Doch dann kamen die Wirtschaftskrise und mit ihr höhere Lebensmittel- und Kraftstoffpreise. Sie stürzten Millionen von Menschen wieder in die Armut. Zwar konnten in mehreren Bereichen Erfolge verzeichnet werden, doch in anderen - wie bei der Bekämpfung des Hungers und der Verbesserung der sanitären Einrichtungen - geht es nur schleppend voran.

Die größten Fortschritte gab es in China. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara hingegen gibt es immer noch den größten Aufholbedarf.

 

Aktionsplan der EU zur Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele Englishfrançais

EU-Entwicklungshilfe Englishfrançais

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