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Senioren beim Fitnesstraining © EC

Bericht über die Bevölkerungsalterung 2009 – Europa stellt sich der Herausforderung, doch aufgrund der Rezession drohen Rückschläge.

In den letzten Monaten haben die Länder der EU Milliarden von Euro in die Wirtschaft gepumpt, um die Finanzsysteme zu stabilisieren und das Wachstum anzuregen. Die Regierungen sind sich darin einig, dass Ausgaben getätigt werden müssen, um dem seit Jahrzehnten schlimmsten Konjunkturabschwung entgegenzuwirken. Diese Ausgaben haben jedoch die Haushaltsdefizite in die Höhe getrieben, was für manche Länder, die gerade erst aus den roten Zahlen gekommen waren besonders schwierig ist. Doch für die Bewältigung der mit der Bevölkerungsalterung einhergehenden Probleme sind schwarze Zahlen unerlässlich.

„Es wird nicht einfach sein, das Problem der Bevölkerungsalterung während der Rezession zu lösen“, erklärte EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia. Er ist jedoch überzeugt, dass sich diese Herausforderung durch gut durchdachte Strategien, die auf einen effizienteren Einsatz der Sozialausgaben, eine gesteigerte Produktivität, bessere Bildung und höhere Beschäftigungszahlen ausgerichtet sind, meistern lässt.

Und vor allem müssen die Regierungen der Mitgliedstaaten ihr Haushaltsdefizit abbauen, sobald es mit der Wirtschaft wieder bergauf geht – so die Kommission in einer Mitteilung zum Bericht über die Bevölkerungsalterung.

In 50 Jahren wird das Durchschnittsalter der Bevölkerung – bei nur geringfügig mehr Menschen – viel höher sein. Momentan liegt das Durchschnittsalter bei ungefähr 40 Jahren. Da die Menschen länger leben, die Geburtenraten niedrig bleiben und weniger Zuwanderer zu verzeichnen sind, muss jedoch mit einem Anstieg des Durchschnittsalters auf 48 Jahre gerechnet werden. Dies bedeutet eine schrumpfende arbeitsfähige Bevölkerung und somit geringere Einkommen und schaftt höhere Kosten für Renten, Gesundheitsfürsorge und Langzeitpflege für die älteren Mitbürger.

Wenn die EU weitermacht wie gehabt, wird die Belastung für die öffentlichen Finanzen erheblich sein. Dem Bericht zufolge werden die Ausgaben aufgrund der wachsenden Zahl älterer Mitbürger bis 2060 um durchschnittlich 4,7 % des BIP steigen. Dann kommen auf jeden über 65-Jährigen nur zwei Personen im arbeitsfähigen Alter (15 bis 64) statt wie bisher vier Personen.

Dies sind jedoch nur die EU-Durchschnittswerte. Die Bevölkerungstrends schwanken innerhalb der EU stark. Einige Länder sind mit einem viel höheren Anstieg der alterungsbedingten Ausgaben – insbesondere der Rentenkosten – konfrontiert als andere. Die nächsten Jahre – die letzten bevor die Babyboomer in Scharen in Rente gehen – werden entscheidend sein. Laut Bericht „gibt es immer noch eine Chance.“

Es sind aber noch weitere Reformen der Rentensysteme und anderer Systeme zur Unterstützung der älteren Mitbürger erforderlich. So sollte versucht werden, ältere Menschen zum Arbeiten bis ins höhere Alter zu bewegen. Dem Bericht zufolge gehen nur 50 % der 60-Jährigen einer Arbeit nach.

Bericht über die Bevölkerungsalterung 2009 English

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