Navigationsleiste

Artenschutz: Aktionsplan bis 2020 - 03/05/2011

Grasfrosch (Rana temporaria) guckt aus dem Wasser © istock/Alasdair Thomson

Das beispiellose Tempo des Artensterbens soll zumindest verlangsamt werden - dies ist eines der Biodiversitätsziele, die die EU bis 2020 erreichen will. Generell will sie noch mehr zur Eindämmung des Biodiversitätsverlusts tun.

Die Biodiversität - die Vielfalt an Ökosystemen, Arten und Genen - ist weltweit in Gefahr. Arten sterben 100 bis 1000 Mal schneller aus, als dies unter natürlichen Bedingungen der Fall wäre.

In der EU befinden sich nur 17 % der EU-rechtlich geschützten Lebensräume und Arten und 11 % der Ökosysteme in einem guten Zustand. Alle anderen sind bedroht - hauptsächlich durch den Menschen - oder geraten zumindest stärker unter Druck. Beispielsweise ist ein Viertel der Tierarten vom Aussterben bedroht. Dazu gehört die Mittelmeer-Mönchsrobbe, der Pardelluchs und der Karpathos-Wasserfrosch.

Der Verlust an Biodiversität ist nicht wettzumachen - wir zerstören die natürlichen Systeme, auf die unsere Gesellschaft und unsere Volkswirtschaften angewiesen sind. Neben dem Klimawandel ist der Biodiversitätsverlust als die kritischste globale Umweltbedrohung zu sehen.

Ein neuer Ansatz

Der Ansatz der EU zur Eindämmung des Biodiversitätsverlusts in den letzten zehn Jahren war zu weit gefasst und dadurch nicht wirksam genug. Das EU-weite Ziel - weitere Verluste an biologischer Vielfalt zu verhindern - konnte nicht erreicht werden. Die neue Strategie English , ausgelegt bis 2020, konzentriert sich auf sechs prioritäre Ziele und damit verbundene Maßnahmen. Die EU will damit Folgendes erreichen:

  • Durchsetzung der EU-Rechtsvorschriften zum Schutz von Vögeln und ihrer Lebensräume;
  • Erhaltung und Verbesserung von Ökosystemen - Wiederherstellung von mindestens 15 % der Gebiete, die bereits Schaden genommen haben;
  • Aufforderung der Land- und Forstwirtschaft, einen Beitrag zur Wiederherstellung der Biodiversität zu leisten;
  • nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände durch Senkung der Fangquoten auf wissenschaftlich festgelegte Höchstgrenzen bis 2015 - 88 % der europäischen Fischbestände sind derzeit überfischt oder stark abgefischt;
  • Bekämpfung invasiver gebietsfremder Arten, die heimische Arten aus ihren Lebensräumen verdrängen - derzeit sind 22 % der in der EU heimischen Arten davon betroffen;
  • Erhöhung des EU-Beitrags zur Eindämmung des weltweiten Biodiversitätsverlusts.

Mit der Strategie kommt die EU ihren internationalen Verpflichtungen aus dem UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt nach. In diesem Zusammenhang wurden weltweite Ziele bis 2020 gesetzt.

Auch die Ziele der EU-Leitinitiative ressourcenschonendes Europa English sollen mit der Strategie unterstützt werden.

Ein Tätigwerden der EU ist notwendig, damit die Regierungen ihre Maßnahmen besser koordinieren und auf diese Weise ihr gemeinsames Problem auch gemeinsam lösen können. Die Strategie baut auf dem Netzwerk Natura 2000 English auf, das 25 000 Naturschutzgebiete und damit 18 % der Landfläche der EU umfasst.

Die Strategie wird als Nächstes dem Europäischen Parlament und den Regierungen der EU-Länder zur Erörterung und Annahme vorgelegt.

Mehr zum Thema Biodiversität English

kontrastreiche Version normale Schriftgröße Schriftgröße 200 % Seite versenden Seite drucken

 

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

Ja Nein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?

Nützliche Links