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Im Bedarfsfall helfen sich die EU-Mitgliedstaaten gegenseitig
Im Sommer kommt es in Europa häufig zu verheerenden Überschwemmungen und Waldbränden. Auch 2010 war dies der Fall. Das Beobachtungs- und Informationszentrum (BIZ)
der EU sorgt dafür, dass die betroffenen Länder rasch Hilfe erhalten.
Das rund um die Uhr operierende Zentrum beobachtet Notfallsituationen weltweit und koordiniert die EU-Ressourcen für Hilfsmaßnahmen. Das BIZ befasst sich sowohl mit Naturkatastrophen als auch mit von Menschen verursachten Krisensituationen und fungiert als Informationsdrehscheibe zwischen den Ländern. Sobald bei den diensthabenden Beamten eine Hilfsanfrage eingeht, benachrichtigen sie potenzielle Geberstaaten und bringen die Hilfsangebote mit den Bedürfnissen vor Ort in Einklang. Das BIZ kann nicht nur Ausrüstung und andere Hilfsgüter organisieren, sondern auch Experten in Katastrophengebiete senden.
Im Juli zum Beispiel benötigte Portugal Ausrüstung für die Bekämpfung von Waldbränden. Drei Länder reagierten umgehend auf die Anfragen. Die Wahl fiel schließlich auf zwei Löschflugzeuge aus Italien.
Auch Rumänien hatte sich aufgrund von katastrophalen Überschwemmungen, die 25 Menschenleben kosteten, an das BIZ gewandt und innerhalb von Stunden Hilfe aus vier europäischen Ländern erhalten.
Doch schon bald könnte das Zentrum noch größere Aufgaben übernehmen. In den letzten Jahren traten in Europa Waldbrände, Überschwemmungen und Trockenheit immer häufiger und heftiger auf, was zu Forderungen nach mehr Vorbeugung führte.
Die Kommission möchte nunmehr das BIZ in ein operationelles Zentrum umwandeln, das mit eigenen Mitteln ausgestattet ist, die direkt vergeben werden können. Außerdem gibt es Pläne, ein europaweites Netz für Schulungen in Katastrophenschutz und ein Frühwarnsystem einzurichten.
Das 2001 eingerichtete Beobachtungs- und Informationszentrum kann auch von Ländern außerhalb der EU angerufen werden; Hilfe gewährt die EU nach eigenem Ermessen. Dies geschah nach den Erdbeben in Haiti und Chile sowie jüngst nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.
Vor kurzem brachen in Russland verheerende Feuersbrünste aus. Obwohl die zuständigen Behörden noch keine BIZ-Hilfe beantragt haben, stellen zahlreiche Länder Hilfe zur Verfügung. Kommissionsvizepräsidentin Catherine Ashton bekräftigte ihrerseits die Bereitschaft der EU zu Unterstützungsleistungen sowohl während als auch nach den Bränden.