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Pro und Contra strengere Emissionsziele — EU wägt ab - 27/05/2010

Rauchschwaden aus einer Fabrik © EU

Laut einer Studie sind die Kosten zur Bekämpfung der Erderwärmung heute geringer als 2008, als die EU ihre Klimaschutzziele beschloss.

Im Vorfeld der UN-Klimagespräche in der nächsten Woche hat die EU eine Studie herausgebracht English, in der untersucht wird, ob ihre Emissionsminderungsziele weiter verschärft werden können.

Die EU hat sich bereits verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 20 % gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen versprach sie, dieses Ziel auf 30 % anzuheben, wenn andere große umweltverschmutzende Länder mitziehen. Bisher wurde jedoch keine Einigung erzielt. Daher haben die Umweltminister die Kommission gebeten, die Möglichkeit eines Alleingangs der EU zu untersuchen. Connie Hedegaard, Kommissarin für Klimapolitik, stellte die Ergebnisse dieser Untersuchung vor.

Der Studie zufolge würden sich die Kosten für das 30 %-Ziel für alle EU-Länder zusammen auf 81 Mrd. EUR jährlich oder 0,54 % des BIP belaufen. Dies sind zwar 33 Mrd. EUR jährlich mehr, als uns das 20 %-Ziel heute kosten würde, doch liegt dieser Betrag nur 11 Mrd. EUR über dem 2008 veranschlagten Preis.

Die niedrigeren Kosten sind Ausdruck der gesunkenen Energienachfrage während der Krise und des Ölpreisanstiegs, wodurch die Kosten der Verschmutzung in Europa geringer geworden sind. Nach geltendem EU-Recht muss die Schwerindustrie Treibhausgasemissionszertifikate erwerben, die über mehrere Börsen in Europa gehandelt werden können. Bezogen auf die CO2-Preise sind die Kosten für die Erreichung des verbindlichen 20 %-Ziels seit 2008 um 30 % gefallen, von 70 Mrd. auf 48 Mrd. Euro jährlich.

Das Umschwenken auf das ehrgeizigere Ziel würde die Wirtschaft stimulieren und die Abhängigkeit Europas von Erdöl- und Erdgaseinfuhren verringern. Außerdem fiele es Europa dadurch leichter, sein Ziel für 2050, nämlich die Senkung der Emissionen um 80 %, zu erreichen.

Nach dem enttäuschenden Ausgang der Konferenz von Kopenhagen — dort war es nicht gelungen, ein rechtsverbindliches internationales Klimaschutzübereinkommen auszuhandeln — würde den Klimaschutzverhandlungen darüber hinaus wieder neuer Schwung verliehen. Die seit Kopenhagen auf Eis liegenden UN-Verhandlungen sollen am 31. Mai wieder aufgenommen werden.

In der Studie wird ferner untersucht English, wie sich weiter gehende Minderungen erreichen lassen und welche Auswirkungen ein ehrgeizigeres Ziel auf die Emissionen außerhalb der EU hätte. Eine Einbehaltung von Kohlenstoffzertifikaten und ihre Weitergabe an umweltfreundliche Unternehmen gehören zu den untersuchten Optionen.

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