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Verstärkter Einsatz für die biologische Vielfalt - 19/01/2010

Schmetterling auf lila Blüten © Reporters

Ihr Ziel, den Verlust an Artenvielfalt bis 2010 zu stoppen, hat die EU nicht erreicht. Nun möchte sie bis 2020 die biologische Vielfalt dauerhaft sichern.

Die Zeit drängt. Um das 100- bis 1000-fache hat sich das Artensterben nach UN-Angaben gegenüber dem natürlichen Wert beschleunigt, und ein Drittel aller derzeit bekannten etwa 1,75 Millionen Tier- und Pflanzenarten sind bedroht. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN sind im Jahr 2008 717 Tierarten ausgestorben. So verabschieden sich derzeit etwa Belugawal, Koalabär und Geweihkoralle mit erschreckender Geschwindigkeit von unserem Planeten.

Zum Schutz von Tieren wie dem Iberischen Luchs, von dem nur noch etwa 100 Exemplare leben, will die EU nun eine neue Vision für einen Gesamtzeitraum bis 2050 vorlegen. Doch was strebt sie an?

Die Aussterbensrate nur verringern? Sie ganz stoppen? Oder sogar tote Ökosysteme wieder zum Leben erwecken? Den Erhalt der biologischen Vielfalt weltweit fördern? Wie ambitioniert das nächste Ziel sein kann, wird in den kommenden Wochen festgelegt. Doch eines steht fest: Es muss realistisch sein.

Deshalb will die EU noch vor Ende diesen Jahres eine klare Strategie für den Erhalt der biologischen Vielfalt bis 2020 vorlegen. Sie ist dabei in guter Gesellschaft, denn die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ausgerufen.

Verstärkte Forschung, eine bessere Umsetzung der einschlägigen EU-Vorschriften und mehr Finanzmittel sind dringend notwendig. Denn Ansätze zur Lösung der Probleme sind durchaus vorhanden. Besonders erwähnenswert ist das Erfolgsprojekt Natura 2000 – ein Netz von Naturschutzgebieten, das 17 % der EU-Fläche erfasst. Ein Ausbau dieses Projekts könnte – zusammen mit weiteren neuen Projekten –zur Wiederherstellung der weltweiten Ökosysteme beitragen, von denen in den letzten 50 Jahren 60 % vom Menschen durch Ausbeutung und Verschmutzung geschädigt wurden.

Dies würde gleichzeitig helfen, Naturkatastrophen, Wasser- und Nahrungsmittelknappheit sowie dem Treibhauseffekt vorzubeugen.

Mit dem Start einer neuen EU-Kampagne am 26. Januar können sich die EU-Bürger über eine interaktive Internetseite im Detail informieren und bedrohte Arten wie der Spatz werden in sozialen Netzwerken wie Facebook in der Rubrik „Freunde“ zu finden sein.

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