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Gemeinsames Vorgehen im Kampf gegen Krebs - 29/09/2009

Krebspatient bei der Kernspintomografie © Reporters

Aufgrund der deutlichen Unterschiede bei den Krebssterberaten in den einzelnen EU-Ländern müssen gemeinsame Bemühungen hinsichtlich Vorsorge, Behandlung, Forschung und Informationsaustausch verstärkt werden.

Jedes Jahr stehen 3,2 Millionen Europäer vor der Diagnose Krebs – die häufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders häufig treten Brust-, Lungen- oder Darmkrebs auf.

Soweit das Bild auf EU-Ebene – bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass die Krebsraten in den 27 EU-Ländern deutliche Unterschiede aufweisen, und zwar sowohl was die Häufigkeit der Fälle als auch was den Ausgang der Krankheit angeht.

Ungarische Männer sterben fast doppelt so häufig an Krebs wie Männer in Schweden und Finnland. Dasselbe gilt für dänische Frauen im Vergleich zu Frauen in Griechenland und Spanien.

Die Darmkrebsrate liegt in Deutschland doppelt so hoch wie in Griechenland, während in Belgien und Frankreich Brustkrebs weitaus häufiger vorkommt als in Lettland, Litauen und Rumänien.

Diese großen Unterschiede zwischen den EU-Ländern sind eigentlich nichts Neues. Die Statistiken werden von vielen Faktoren beeinflusst, unter anderem durch die Methode der Erhebung und Darstellung. Da diese Unterschiede jedoch schon seit längerer Zeit zu beobachten sind, lässt sich dennoch auf Ungleichgewichte in der Qualität der Gesundheitsversorgung in der EU schließen.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund der allgemein sehr hohen Krebsraten in Europa drängt die EU auf eine engere Zusammenarbeit in der Krebsbekämpfung, die schon lange ein Schwerpunkt der EU-Gesundheitspolitik ist.

Im Rahmen der Europäischen Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung, die von der Europäischen Kommission am 29. September angestoßen wurde, ist eine Zusammenarbeit von Forschern, Ärzten, Regierungsvertretern und Patientenvereinigungen in vier Arbeitsgruppen geplant. Jede Gruppe befasst sich mit einem anderen Schwerpunktthema: Vorsorge, Behandlung, Forschung und Datenerhebung.

In den nächsten fünf Jahren werden diese Gruppen Möglichkeiten zur Senkung der Krebsraten erörtern. Diese könnten beispielsweise darin bestehen, Vorsorgeuntersuchungen für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs auszuweiten oder einen koordinierten Ansatz für die Krebsforschung zu entwickeln. Auch die Bereitstellung zuverlässiger und vergleichbarer Daten ist ein Ziel der Gruppenarbeit. Die Kommission wird ihre Arbeiten verfolgen und sie in administrativer und wissenschaftlicher Hinsicht unterstützen.

Mit der Partnerschaft ist die Hoffnung verbunden, dass die EU-Länder durch den Austausch von Wissen, Kapazitäten und Erfahrung mehr Erfolg bei der Verhütung und Behandlung der Krankheit verzeichnen können. Die Zusammenarbeit sollte es auch ermöglichen, Doppelarbeit zu vermeiden und die Ressourcen besser zu nutzen.

Die EU hat sich eine Eindämmung der Neuerkrankungen um 15 % bis 2020 zum Ziel gesetzt. Das wären 510 000 neue Krebsfälle weniger. Angesichts unserer alternden Gesellschaft stellt dieses Ziel eine echte Herausforderung dar.

Derzeit sind drei von zehn Todesfällen bei Männern und zwei von zehn Todesfällen bei Frauen auf Krebs zurückzuführen.

EU-Partnerschaft gegen Krebs English

Weitere Informationen über Krebs in der EU

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