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Arzt wertet die Mammografie einer Patientin aus ©Reporters

Aufgrund der großen Unterschiede bei den Krebstodesraten drängt die EU auf eine bessere Zusammenarbeit.

Ungarische Männer sterben fast doppelt so häufig an Krebs wie Männer in Schweden und Finnland. Dasselbe gilt für dänische Frauen im Vergleich zu Frauen in Griechenland und Spanien.

Die Darmkrebsrate liegt in Deutschland doppelt so hoch wie in Griechenland, während in Belgien und Frankreich Brustkrebs weitaus häufiger vorkommt als in Lettland, Litauen und Rumänien.

Diese großen Unterschiede zwischen den EU-Ländern sind eigentlich nichts Neues. Die Statistiken werden von vielen Faktoren beeinflusst, unter anderem durch die Methode der Erhebung und Darstellung. Dauern diese Unterschiede jedoch über längere Zeit an, lässt sich daraus auch auf Ungleichgewichte in der Qualität der Gesundheitsversorgung in der EU schließen.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund der allgemein sehr hohen Krebsraten in Europa drängt die EU auf eine engere Zusammenarbeit in der Krebsbekämpfung, die schon lange ein Schwerpunkt der EU-Gesundheitspolitik ist.

Im Rahmen der Europäischen Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung English, die im Herbst in Gang gesetzt werden soll, ist eine Zusammenarbeit von Forschern, Ärzten, Regierungsvertretern und Patientenvereinigungen in vier Arbeitsgruppen geplant. Jede Gruppe befasst sich mit einem anderen Schwerpunktthema: Vorsorge, Behandlung, Forschung und Sammeln von Informationen.

In den nächsten fünf Jahren werden diese Gruppen Möglichkeiten zur Senkung der Krebsraten erörtern. Diese könnten beispielsweise darin bestehen, Vorsorgeuntersuchungen für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs auszuweiten oder einen koordinierten Ansatz für die Krebsforschung zu entwickeln. Auch die Bereitstellung zuverlässiger und vergleichbarer Daten ist ein Ziel der Gruppenarbeit. Die Kommission wird ihre Arbeiten verfolgen und sie in administrativer und wissenschaftlicher Hinsicht unterstützen.

Mit der Partnerschaft ist die Hoffnung verbunden, dass die EU-Länder durch den Austausch von Wissen, Kapazitäten und Erfahrung mehr Erfolg bei der Verhütung und Behandlung der Krankheit haben. Durch die Zusammenarbeit sollte es auch möglich sein, Doppelarbeit zu vermeiden und die Ressourcen besser zu nutzen.

Die EU hat sich eine Eindämmung der Neuerkrankungen um 15 % bis 2020 zum Ziel gesetzt. Das wären 510 000 neue Krebsfälle weniger. Angesichts unserer alternden Gesellschaft stellt dieses Ziel eine echte Herausforderung dar.

Jedes Jahr wird bei 3,2 Millionen Europäern Krebs diagnostiziert. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Krankheit die zweithäufigste Todesursache. Drei von zehn Todesfällen bei Männern und zwei von zehn Todesfällen bei Frauen sind auf Krebs zurückzuführen.

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