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Krebsscreeningrate weit vom angestrebten Ziel entfernt - 26/01/2009

Arzt wertet die Mammographie-Aufnahmen einer Patientin aus © Reporters

In der EU werden weniger als die Hälfte der empfohlenen Krebsscreenings durchgeführt. Die Zahl der Krebstoten wird steigen, solange nichts unternommen wird.

2003 haben die Gesundheitsminister der EU den Regierungen geraten, groß angelegte Screeningprogramme für Bevölkerungsgruppen durchzuführen, die aufgrund allgemeiner Faktoren wie Alter oder Geschlecht ein erhöhtes Krebsrisiko haben. 22 Länder haben derartige Programme für Brustkrebs eingeführt, 15 Länder für Gebärmutterhalskrebs und 12 Länder für Kolorektalkrebs. Diese weit verbreiteten Krebsarten lassen sich häufig durch relativ genaue und einfache Verfahren wie Pap-Abstriche und Mammographien erkennen.

Die Minister empfahlen, bei den Zielgruppen rund 125 Millionen Krebsvorsorgeuntersuchungen pro Jahr durchzuführen. Einer aktuellen Umfrage der EU Englishfrançais zufolge werden jedoch nur 51 Millionen Untersuchungen durchgeführt, was 41 % der angestrebten Zahl entspricht. Weniger als die Hälfte dieser Untersuchungen werden nach den einschlägigen Empfehlungen durchgeführt.

Brust-, Kolorektal- und Gebärmutterhalskrebs sind bei Frauen für ein Drittel der krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. Bei den Männern sind 11 % der krebsbedingten Todesfälle auf Kolorektalkrebs zurückzuführen. Angesichts der alternden EU-Bevölkerung werden diese Zahlen in den nächsten Jahren zwangsläufig steigen – es sei denn, es werden Präventivmaßnahmen ergriffen.

Rund 3,2 Millionen der 500 Millionen Europäer leben mit der Diagnose Krebs – der nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen zweithäufigsten Todesursache. 30 % der an Krebs erkrankten Frauen in Europa leiden an Brustkrebs, weit mehr als an Kolorektal- und Gebärmutterhalskrebs. Hier liegt der Anteil bei 13 % bzw. 3 %. Bei den Männern entfallen 13 % der Gesamtkrebserkrankungen auf Kolorektalkrebs.

Das Krebsrisiko unterscheidet sich von Land zu Land. Belgien weist die höchste Inzidenzrate für Brustkrebs auf, in Dänemark hingegen ist die Sterblichkeitsrate am höchsten. In Rumänien ist die Inzidenzrate und in Spanien die Sterblichkeitsrate am niedrigsten.

Krebs in der EU

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