Navigationsleiste

Afghanischer Junge in einem Mohnfeld © Reporters

Heroin sorgt in der EU nach wie vor für die größten Drogenprobleme.

In den letzten Jahren ist in den meisten EU-Mitgliedstaaten die Zahl der Todesfälle durch Überdosis bei europäischen Drogenkonsumenten gestiegen. Es ist also davon auszugehen, dass mehr Heroin auf den europäischen Markt gelangt. Der größte Teil des in Europa sichergestellten Heroins stammt von den Mohnfeldern in Afghanistan, wo in den Jahren 2006 und 2007 Rekordmengen an Opium geerntet wurden.

In den meisten Ländern ist der Anstieg nicht besonders hoch, aber dennoch deutlich angesichts der Tatsache, dass zu Beginn des Jahrzehnts noch ein Rückgang zu verzeichnen war.

Im Jahr 2005 stieg die Zahl der in der EU registrierten Todesfälle durch Überdosis auf 6873 – gegenüber 6780 Toten im Jahr 2004 und 6350 im Jahr 2003. In den meisten Fällen ist Heroin die Ursache, das lange auch eine der wichtigsten Todesursachen junger Leute in Europa war, insbesondere bei jungen Männern in städtischen Gebieten.

Die höhere Zahl der Todesopfer ist jedoch nur ein alarmierendes Zeichen unter vielen. Laut dem Jahresbericht English der europäischen Drogenbeobachtungsstelle EBDD English zur Drogenproblematik in Europa wurde auch mehr Heroin sichergestellt, und es bewarben sich mehr Drogenabhängige um einen Therapieplatz. Diese Ergebnisse stehen im krassen Gegensatz zu früheren Schlussfolgerungen, denen zufolge Europas Heroinproblem zurückgegangen war.

Im Allgemeinen bleibt der Drogenkonsum in Europa hoch, scheint sich jedoch zu stabilisieren. Ungefähr 2 Millionen Europäer aus der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen haben im letzten Jahr Aufputschmittel genommen. Rund 2,5 Millionen haben Ecstasy ausprobiert. Eine leichte Abschwächung – optimistisch betrachtet ließe sich sogar von einem allgemeinen Rückgang sprechen.

Kokain ist nach wie vor auf dem Vormarsch: Nach neuesten Schätzungen haben 3,5 Millionen junge Europäer die Droge im letzten Jahr konsumiert. Cannabis (Marihuana und Haschisch) ist und bleibt jedoch die Droge Nr. 1, wenn auch ein leichter Rückgang zu verzeichnen zu sein scheint. Im letzten Jahr konsumierten 17 Millionen Europäer (7 %) die Droge, davon etwa ein Viertel regelmäßig.

Über die Zahl der Heroinabhängigen in Europa herrscht allerdings noch Unklarheit. Nach Schätzungen der EBDD bewegt sich die Zahl der Konsumenten von Opiumderivaten (Morphium und Heroin) und synthetischen Drogen mit ähnlicher Wirkung in der EU und Norwegen in einer Größenordnung von 1,3 bis 1,7 Millionen.

Obwohl die Zahl der Cannabis-Konsumenten die Zahl der Heroinabhängigen bei weitem übersteigt, stellt der Heroinkonsum nach wie vor das größte Drogenproblem in der EU dar – sowohl was die Gesundheit als auch was die gesellschaftlichen Kosten angeht. Neben der Tatsache, dass Heroin stark abhängig macht und die Gefahr einer Überdosis birgt, trägt es auch zur Verbreitung von HIV und Hepatitis C bei, die beide durch verunreinigte Spritzen übertragen werden können.

Europa verfügt weltweit über die am besten entwickelten Kapazitäten zur Überwachung der Drogenproblematik. Vor der Durchführung des EU-Aktionsplans zur Drogenbekämpfung (2009–2012) ist es jedoch notwendig, noch mehr Klarheit über die anstehenden Herausforderungen zu erhalten.

Drogenproblematik in Europa

kontrastreiche Version normale Schriftgröße Schriftgröße 200 % Seite versenden Seite drucken

 

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

Ja Nein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?

Nützliche Links