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Kommission fordert Regelungen, die Europäern eine medizinische Behandlung im Ausland erleichtern.

Vor gar nicht langer Zeit kaufte sich ein Luxemburger in Arlon, einer Stadt im benachbarten Belgien, eine Brille. Seine luxemburgische Krankenversicherung weigerte  sich jedoch, die Brille zu bezahlen und begründete dies damit, dass der Versicherte für den Kauf eine Genehmigung benötigt hätte. Der Luxemburger trug seinen Fall dem Europäischen Gerichtshof vor – und gewann! Dieser Fall ist nur einer von zahlreichen Fällen aus dem Bereich grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung, der in den letzten Jahren vor dem Europäischen Gerichtshof verhandelt wurde. Bei anderen Fällen ging es um Behandlungen, die im Heimatland entweder gar nicht oder nicht schnell genug zur Verfügung standen. Immer wieder lautete das Urteil des Gerichtshofs, dass den Patienten die Kosten erstattet werden müssen.

Diese Fälle zeigen, dass die bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung immer noch starke Verunsicherung herrscht. Daher legte die Kommission im Juli einen Vorschlag zur Klärung der Patientenrechte vor.

Gemäß diesem Vorschlag haben die Patienten einen Anspruch auf Kostenerstattung in Höhe der Kosten, die von ihrer Krankenkasse in ihrem Land für die betreffende Behandlung erstattet würden. Für eine Krankenhausbehandlung im Ausland wäre weiterhin eine Bewilligung erforderlich, auch wenn ambulante Behandlungen nicht mehr der Zustimmung des Hausarztes bedürfen. 

Derzeit lässt sich nur ein geringer Anteil von Europäern im Ausland behandeln, und nur 1 % der einzelstaatlichen Gesundheitsetats wird für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung DeutschEnglishespañolfrançais ausgegeben. Gemäß einer Umfrage PDFEnglish der EU sind ungefähr 30 % der Europäer nicht darüber informiert, dass ihre Krankenversicherung eine Behandlung in der gesamten EU abdeckt.

Die vorgeschlagenen Regeln für die Erstattung medizinischer Ausgaben im Ausland sind nur Teil des Pakets, das vom Europäischen Parlament und den Regierungen der Mitgliedstaaten angenommen werden muss, bevor es verabschiedet werden kann. Zu den Zielen des Pakets gehören außerdem:

  • Verbesserung der Informationen über medizinische Dienstleistungen, die in der gesamten EU erhältlich sind,
  • Gewährleistung, dass die Behandlung von Patienten im EU‑Ausland einem gewissen Standard entspricht,
  • Gewährleistung, dass Verschreibungen grenzüberschreitend anerkannt werden,
  • Schaffung eines EU-weiten Netzes der Gesundheitsdienstleister, das den Patienten besseren Zugang zu hoch spezialisierter Behandlung und den Ländern die gemeinsame Nutzung ihrer Ressourcen ermöglicht,
  • die Möglichkeit, dass Patienten auf Schadenersatz klagen, wenn sie durch eine Behandlung im Ausland geschädigt wurden,
  • Gewährleistung der rechtzeitigen Übertragung lebenswichtiger Informationen wie Blutgruppe, bekannte Allergien und Krankheiten.

 

Für eine medizinische Versorgung im Notfall ist die europäische Krankenversicherungskarte unverzichtbar. Jeder dritte Europäer trägt heutzutage diese Karte auf Reisen bei sich, für den Fall dass er erkrankt oder einen Unfall hat.

Patientenrechte: Fragen und Antworten Englishfrançais

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