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Nirgends auf der Welt ist der Alkoholkonsum pro Kopf höher als in Europa. Angesichts alarmierender Zahlen soll mit neuen Maßnahmen der Missbrauch zurückgedrängt werden.

Wann schlägt „ein Glas mit Freunden“ in gefährlichen Exzess um? Jährlich 200 000 Todesfälle in Europa durch Alkoholmissbrauch sprechen eine deutliche Sprache: Die Grenze zwischen maßvoll und maßlos ist für viele noch fließend. 

Der Alkoholkonsum unter Minderjährigen und die auf Trunkenheit zurückzuführenden Verkehrsunfälle (immerhin ein Viertel der Unfälle) lassen europaweit die Alarmglocken schrillen. Die Anstrengungen in den einzelnen Ländern, das Problem einzudämmen, werden jedoch teilweise durch Werbung und Verkauf über die Grenzen hinweg untergraben.

Für jüngere Altersgruppen sind die Risiken besonders hoch: Unter jungen Männern (zwischen 15 und 29) war bei einem von vier Todesfällen Alkohol im Spiel. Aus einer neuen Umfrage Englishfrançais geht hervor, dass 19 % der 15- bis 24-Jährigen beim Ausgehen mindestens 5 alkoholische Getränke zu sich nehmen.

Die EU will nun dem Problem des Alkoholkonsums unter Minderjährigen begegnen, die Öffentlichkeit für die Folgen von Alkoholmissbrauch sensibilisieren und für mehr Verantwortungsbewusstsein in Handel und Werbung sorgen. Sie hat dazu nicht nur eine Strategie für den Kampf gegen alkoholbedingte Probleme in Europa English entwickelt, sondern auch das Europäische Forum „Alkohol und Gesundheit“ English (an dem sich mehr als 40 Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen beteiligen) ins Leben gerufen.

Gesundheitskommissarin Vassiliou wies im Rahmen des Forums auf die sozialen Tragödien hin, die durch Alkoholmissbrauch ausgelöst werden: „Der übermäßige Konsum von Alkohol ruiniert die Gesundheit so vieler junger Männer und Frauen und macht ihre Bildungs- und Arbeitsperspektiven zunichte. In vielen Fällen führt er sogar zum Tod junger Menschen, die eigentlich noch den größten Teil ihres Lebens vor sich gehabt haben sollten.“

Das Forum hat sich auf 78 Aktionsschwerpunkte verständigt. So sollen

  • Verkaufspersonal und Barkeeper für Situationen geschult werden, in denen Jugendliche illegal Alkohol kaufen wollen;
  • Hebammen dazu angehalten werden, Frauen über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären, wenn sie schwanger werden wollen oder dies bereits sind;
  • Selbsthilfegruppen bei ihrer Arbeit unterstützt werden.

Das Forum, das zudem von einem Expertengremium wissenschaftlich beraten wird, sammelt auch Ideen und bewährte Praktiken, ermittelt Bereiche, für die Projekte benötigt werden, und sorgt dafür, dass diese effizient durchgeführt werden.

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