Navigationsleiste

In Würde altern – Schutz älterer Menschen vor Vernachlässigung und Missbrauch - 17/03/2008

Alt und alleingelassen — Mann im Rollstuhl, nur ein Hund an seiner Seite

Ältere Menschen haben ein Recht auf Schutz vor Vernachlässigung und Missbrauch. Anscheinend kommt es häufiger zu solchen Problemen, als man denkt. Auf einer EU-Konferenz werden unbequeme Wahrheiten ausgesprochen und bessere Pflege gefordert.

Jedem von uns kann es passieren, im Alter auf Andere angewiesen zu sein. Aber können wir uns wirklich darauf verlassen, genau dann vor Vernachlässigung und Missbrauch geschützt zu sein, wenn wir uns am wenigsten dagegen wehren können?

Nach einer neueren EU-Umfrage sind sich viele von uns nicht sicher – 47 % der Bürger glauben, dass Vernachlässigung und Gewalt älterer Menschen in ihrem Heimatland weit verbreitet ist.

Diese Woche kommen auf einer EU-Konferenz über die Würde von älteren Menschen Sachverständige und Politiker zusammen, um die Öffentlichkeit für dieses Problem zu sensibilisieren und eine offene Diskussion über unbequeme Wahrheiten anzuregen.

In einigen Fällen werden ältere Menschen mit Vorsatz schlecht behandelt: Erwachsene erpressen Geld von ihren betagten Eltern, oder es werden in Heimen Beruhigungsmittel im Übermaß eingesetzt. Doch meistens findet Missbrauch in Form von Vernachlässigung statt, wenn das Pflegepersonal überlastet oder schlichtweg überfordert ist.

Im Jahre 2050 werden Hochrechnungen zufolge 12 % der Bevölkerung 80 Jahre und älter sein, und immer mehr Menschen werden von ihren Angehörigen oder von Fachkräften gepflegt werden müssen. Verschiedene EU-Maßnahmen im Bereich öffentliche Gesundheit befassen sich mit einigen Problemen, mit denen sich unsere alternde Bevölkerung konfrontiert sieht.

„Die Mitgliedstaaten beginnen, in der Pflege Tätige und Angehörige zu unterstützen und bieten u. a. gezielte Schulungsmaßnahmen an,“ erklärte der für Soziales zuständige Kommissar Vladimír Špidla im Vorfeld der Konferenz. Er sprach sich dafür aus, die Pflege älterer Menschen zum Gegenstand von Gesetzen im Bereich Menschenrechte zu machen und begrüßte die bereits existierenden Selbsthilfegruppen und Krisentelefone gegen Missbrauch.

Sachverständige gehen davon aus, dass die Debatte über Missbrauch noch in den Anfängen steckt – genau wie die Debatte über Kindesmissbrauch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Sie hoffen, dass das Thema „Vernachlässigung und Missbrauch älterer Menschen“ ebenfalls den ihm gebührenden Platz auf der politischen Agenda erhalten wird.

kontrastreiche Version normale Schriftgröße Schriftgröße 200 % Seite versenden Seite drucken

 

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

Ja Nein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?

Nützliche Links