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Hohe Sicherheitsstandards für die Behandlung radioaktiver Abfälle - 03/11/2010

Atomkraftwerk auf dem Land mit zwei dampfenden Kühltürmen © iStock/RelaxFoto.de

Überlegungen zu gemeinsamen EU-Rechtsvorschriften über die Endlagerung von abgebrannten Brennelementen aus Atomkraftwerken

Ein Drittel des in der EU verbrauchten Stroms wird in Atomkraftwerken erzeugt. Dabei fallen pro Jahr ungefähr 7 000 Kubikmeter hochradioaktive Abfälle an.

Zurzeit werden diese abgebrannten Brennelemente in oberirdischen Anlagen oder in der Nähe der Erdoberfläche gelagert. Dies ist jedoch nur eine kurzfristige Maßnahme zur Abkühlung und zur Absenkung der radioaktiven Strahlung.

Da radioaktiver Abfall bis zu einer Million Jahren gefährliche Strahlen abgeben kann, ist die sicherste langfristige Lösung eine Lagerung in tiefen geologischen Formationen, wo die Gefahr von Unfällen, Brand oder Erdbeben am geringsten ist.

Die EU-Sicherheitsvorschriften würden dazu beitragen, die Befürchtungen der Öffentlichkeit gegenüber dem Atommüll zu zerstreuen, die vor allem durch die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 ausgelöst wurden. Aus einer jüngeren EU-Umfrage zur Nuklearsicherheit English ergab sich, dass 82 % der EU-Bürger Gesetze zur Regulierung der Behandlung radioaktiver Abfälle für sinnvoll halten.

Der Vorschlag für gemeinsame EU-Sicherheitsstandards English zur Behandlung radioaktiver Abfälle und Endlager in tiefen geologischen Formationen hat zum Ziel, die EU-Länder zu einer langfristigen Lösung hinzuführen. Diese Standards werden auch für die radioaktiven Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung gelten.

Die von der Internationalen Atomenergieorganisation entwickelten Sicherheitsstandards würden dadurch für alle EU-Regierungen rechtsverbindlich. Die EU-Länder müssten Pläne für den Bau und den Betrieb von Endlagern vorlegen, und die Kommission könnte sie auffordern, diese Pläne abzuändern, sofern sie nicht den Standards entsprechen.

Eine unabhängige Behörde würde die Lizenzen für Bau und Betrieb von Endlagern erteilen und auch ihre Sicherheit prüfen. Mehrere Mitgliedstaaten könnten untereinander Vereinbarungen über die Nutzung eines Endlagers in einem dieser Mitgliedstaaten treffen. Die Verbringung von Nuklearabfällen zur Endlagerung in Länder außerhalb der EU wäre jedoch verboten.

Die Öffentlichkeit müsste von den Mitgliedstaaten über den Bau radioaktiver Endlager informiert werden und sollte die Möglichkeit haben, sich an der Entscheidungsfindung über deren Standorte zu beteiligen.

Zurzeit sind 143 Atomkraftwerke in 14 EU-Ländern in Betrieb. Finnland, Schweden und Frankreich planen den Bau der ersten Endlager in der EU in den kommenden 15 Jahren.

Informationen über die Behandlung radioaktiver Abfälle English
Informationen über Nuklearsicherheit English

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