Navigationsleiste

Strenge Vorschriften für Offshore-Ölplattformen - 13/10/2010

Ölplattform auf dem Meer © EU

Sicherheit ist nicht verhandelbar. Die EU braucht gemeinsame Rechtsvorschriften für Offshore-Öl- und Gasplattformen, um die Risiken einer Umweltkatastrophe in den europäischen Gewässern zu verringern.

Nach der katastrophalen Explosion einer US-amerikanischen Bohrinsel im Golf von Mexiko Anfang des Jahres nahm die Kommission die Sicherheits- und Umweltschutzvorschriften der EU für die Ölindustrie unter die Lupe.

Dabei stellte sie fest, dass die Sicherheitsstandards im allgemeinen hoch sind, es jedoch Gesetzeslücken gibt. Diese sind zumeist darauf zurückzuführen, dass sich die Standards in den einzelnen Ländern unterscheiden. Auch zwischen den Unternehmen weichen die Vorschriften häufig voneinander ab.

Angesichts dieser Mankos könnte die Einführung gemeinsamer, EU-weit gültiger Vorschriften dazu beitragen, Ölkatastrophen auf dem Meer zu vermeiden und die Bevölkerung und die Umwelt zu schützen. Und im Falle eines Unfalls würden die Vorschriften gewährleisten, dass die verantwortlichen Unternehmen die entsprechenden Maßnahmen ergreifen und für die Säuberungskosten aufkommen.

Die neuen Vorschriften würden die Standards auf das höchstmögliche Niveau anheben und Folgendes verlangen:

  • Unternehmen, die eine Bohrgenehmigung beantragen, müssen einen Notfallplan vorlegen. Sie müssen nachweisen, dass sie finanziell in der Lage sind, nach einem Unfall für die Säuberung und die entstehenden Umweltschäden aufzukommen.
  • Die von den nationalen Behörden durchgeführten Sicherheitsinspektionen müssen von unabhängigen Experten bewertet werden.
  • Die Ausrüstungen für Ölplattformen und mobile Offshore- Bohrinseln, insbesondere Sicherheitsventile, müssen den höchsten Sicherheitsstandards genügen.
  • Erdölunternehmen müssen nach einem Unfall für die innerhalb von höchstens 200 Seemeilen (322 km) vor der Küste entstehenden Säuberungskosten und Umweltschäden aufkommen. Derzeit liegt die Grenze bei 12 Seemeilen (19 km).

Die EU wird auch mit ihren Nachbarländern verhandeln, damit diese ähnliche Normen für ihre Erdölunternehemn festlegen.

Dadurch werden die Küstenbewohner, ihre Existenzgrundlage und die Umwelt besser geschützt. Gemeinsame EU-Vorschriften wären auch für die Erdölindustrie von Nutzen, da die Unternehmen sich nicht mehr - je nachdem wo sie bohren - mit unterschiedlichen Vorschriften befassen müssten.

Die Kommission plant, die Rechtsvorschriften Anfang 2011 vorzuschlagen.

Weitere Informationen über die Erdölpolitik der EU English

kontrastreiche Version normale Schriftgröße Schriftgröße 200 % Seite versenden Seite drucken

 

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

Ja Nein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?

Nützliche Links