Navigationsleiste

Gleicher Lohn für Männer und Frauen – auch heute noch keine Realität - 05/03/2010

Die Kommission setzt sich stärker für den Abbau des Lohngefälles ein.

Frauen verdienen im Durchschnitt etwa 18 % weniger als Männer. Diese Kluft hat sich in den letzten Jahren kaum verkleinert, in manchen Ländern ist sie sogar größer geworden.

Dieses Lohngefälle ist nicht nur unfair den Frauen gegenüber, sondern behindert auch das Wirtschaftswachstum, sagt Viviane Reding, die neue Kommissarin für Justiz und Grundrechte. Mit seiner alternden Bevölkerung braucht Europa Frauen als zusätzliche Arbeitskräfte.

„In diesen Krisenzeiten kann sich Europa die Kosten für das geschlechtsspezifische Lohngefälle nicht leisten,“ sagte sie auf einer Pressekonferenz, bei der sie anlässlich des bevorstehenden internationalen Frauentags am 8. März neben Präsident Barroso auftrat.

Arbeitgebern sollte dies bewusst gemacht werden, außerdem sei die Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz zu fördern und es müssten Instrumente zur Bewertung des Lohngefälles geschaffen werden. Sie kündigte härtere Maßnahmen gegen säumige Arbeitgeber an.

Präsident Barroso erklärte, dass Frauenrechte in seiner zweiten Amtszeit hohe Priorität hätten und dass in den kommenden fünf Jahren in allen politischen Maßnahmen der Gleichstellungsaspekt volle Berücksichtigung finden sollte. Er listete fünf Schlüsselbereiche auf, darunter Arbeitsmarkt, Entscheidungsprozesse, Gewalt gegen Frauen und Außenbeziehungen. Diese„Charta für Frauen“ bildet die Grundlage für eine im Laufe des Jahres zu entwickelnde neue EU-Strategie.

Aus einer neuen EU-Umfrage pdf - 2 MB [2 MB] English (en) ergibt sich, dass 80 % der Europäer umgehende Maßnahmen gegen die Unterschiede zwischen den Durchschnitts-Stundenlöhnen von Männern und Frauen in der gesamten Volkswirtschaft befürworten. In Bargeld ausgedrückt erhalten Frauen nur 82 Cent für jeden Euro, den Männer verdienen.

Die Statisitiken zeigen große Unterschiede von Land zu Land. Auch die unterschiedlichen Arbeitsmuster von Männern und Frauen, ihr jeweiliger Anteil an bestimmten Berufsgruppen, die Lebensarbeitszeit oder Voll- oder Teilzeitarbeit spielen eine große Rolle.

Unterschiede in Löhnen und Gehältern für vergleichbare Jobs lassen sich nicht zwangsläufig belegen. So zeigen weitere EU-Studien, dass die direkte Lohndiskriminierung in den letzten Jahren sogar zurückgegangen ist. Das Ungleichgewicht auf den Gehaltskonten wird vielmehr auf ein Zusammenspiel von Traditionen, Stereotypen und Schwierigkeiten bei der Verbindung von Berufs- und Privatleben zurückgeführt.

Die Anzahl der Europäerinnen im Erwerbsleben steigt stetig an, und fast 60 % aller Hochschulabsolventen sind Frauen. Dennoch steigen sie seltener in hohe Positionen auf und finden sich vermehrt in wenig aussichtsreichen Berufen wieder.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern in der EU

kontrastreiche Version normale Schriftgröße Schriftgröße 200 % Seite versenden Seite drucken

 

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

Ja Nein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?

Nützliche Links