Navigationsleiste

16 % der Europäer fühlen sich diskriminiert - 10/11/2009

Metallarbeiter im Rollstuhl © EC

Die Altersdiskriminierung nimmt zu – so kommt es vielen Europäern zumindest vor.

In Zeiten der Wirtschaftskrise haben es ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zunehmend schwer – zu diesem Schluss kommt die neueste EU-Umfrage über Diskriminierung.

So sehen heute 58 % der Europäer Altersdiskriminierung als weitverbreitetes Problem. Vor einem Jahr waren dies noch 42 %. Ein noch größerer Anteil – 64 % – ist der Auffassung, dass den europäischen Arbeitnehmern im Zuge der Wirtschaftskrise noch mehr Vorurteile dieser Art begegnen werden.

Aus der Umfrage ging allerdings nicht hervor, ob die Opfer der mutmaßlichen Diskriminierung als zu alt oder zu jung wahrgenommen wurden. Der Umschwung in der öffentlichen Meinung ist wahrscheinlich auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit zurückzuführen. Aber auch die Altersgruppe der über 40-Jährigen klagt zunehmend über Altersdiskriminierung.

Die Umfrage Englishfrançais lief über zwei Wochen in den Monaten Mai und Juni. Befragt wurden rund 27 000 Menschen in 27 EU-Ländern und drei Kandidatenländern – Kroatien, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und der Türkei. Dabei wurden sechs Formen der Diskriminierung untersucht: ethnische Diskriminierung, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder des Alters, aufgrund von Behinderung, sexueller Orientierung oder Religion.

Auch hinsichtlich der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen äußerten sich die Befragten anders als im Vorjahr. Damals bezeichnete in einer ähnlichen Umfrage die Mehrheit der Befragten diese Form der Diskriminierung noch als selten. Jetzt gilt das Problem als weitverbreitet. Angesichts der noch immer steigenden Arbeitslosenraten wird sogar mit einer Verschlimmerung gerechnet.

Der Anteil der Bürger, die im vergangenen Jahr berichteten, selbst schon einmal Opfer einer Diskriminierung gewesen zu sein, blieb jedoch unverändert bei 16 %.

Auch bei einer Aufteilung nach Diskriminierungsformen blieb dieser Anteil gleich. Es fühlten sich beispielsweise nicht mehr Menschen aufgrund ihres Alters oder ihres Geschlechts diskriminiert als vorher.

Die ethnische Diskriminierung gilt nach wie vor als größtes Problem – 61 % der Europäer bezeichnen diese Form der Diskriminierung als häufig in ihrem Land. Auch dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr gleichgeblieben, ist jedoch nun dicht gefolgt von der Altersdiskriminierung (58 %).

Die Ergebnisse der Umfrage werden voraussichtlich auf einem Europäischen Gleichstellungsgipfel erörtert, der in der kommenden Woche in Stockholm stattfinden wird.

Die EU hat im Jahr 2006 in einer Kampagne zum Thema Diskriminierung erstmals die Meinung der Öffentlichkeit eingeholt und tut dies seitdem regelmäßig, um die Europäer für ihre Rechte zu sensibilisieren. Aus der letzten Umfrage war nämlich hervorgegangen, dass nur jeder dritte Europäer über diese Rechte Bescheid weiß.

Weitere Informationen zum Thema Diskriminierung in der EU

kontrastreiche Version normale Schriftgröße Schriftgröße 200 % Seite versenden Seite drucken

 

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

Ja Nein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?

Nützliche Links