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Gleichstellung in Krisenzeiten - 16/06/2009

Frauen sind auf dem europäischen Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt und könnten durch die Rezession stärker getroffen werden als Männer.

Bereits in guten Zeiten leiden Frauen stärker unter Arbeitslosigkeit und Armut als Männer. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass viele Frauen – ungefähr ein Drittel – Teilzeit arbeiten oder einer zeitlich befristeten Arbeit nachgehen, was ihre Arbeitsplatzsicherheit untergräbt. Auch in verantwortungsvollen Positionen und gut bezahlten Berufen finden sich weniger Frauen als Männer.

Einem Bericht der EU zufolge wird der wirtschaftliche Abschwung Frauen stärker treffen als Männer, da sie sich häufiger in unsicheren Arbeitsverhältnissen befinden.

Diese Woche organisierte die Kommission eine Konferenz English zur Frage, wie sich der Abschwung auf Frauen auswirkt.

Die EU hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Schritte unternommen und unter anderem Rechtsvorschriften zur Gleichbehandlung angenommen. Trotz alledem ist Diskriminierung am Arbeitsplatz nach wie vor ein Problem.

Und es sind immer noch die Frauen, die mehr Verantwortung für Kinder übernehmen als Männer und nach der Geburt eines Kindes häufiger zurückstecken. Damit Eltern Beruf und Familienleben besser miteinander vereinbaren können, hat die EU verschiedene Änderungen der bestehenden Rechtsvorschriften vorgeschlagen.

Seit April 2008 wurden in der Wirtschaft über 4 Millionen Arbeitsplätze gestrichen. Zunächst traf es die von Männern dominierten Wirtschaftszweige wie Finanzen, Bau und die verarbeitende Industrie. Doch die Arbeitslosigkeit griff weiter um sich und erfasste weitere Sektoren.

So wurden auch im Dienstleistungssektor, in dem zwei Drittel der europäischen Arbeitsplätze angesiedelt sind, Stellen gestrichen. Über die Hälfte der im Dienstleistungssektor Beschäftigten sind Frauen, im Einzelhandel sogar über 60 %. In Deutschland fürchten tausende Frauen um ihren Arbeitsplatz, nachdem Arcandor, der Eigentümer der Kaufhauskette Karstadt, Insolvenz angemeldet hat.

Die Rezession hat die historische Kluft zwischen Frauen und Männern umgekehrt, und so ist zum ersten Mal bei den Männern eine höhere Arbeitslosenrate zu beobachten als bei den Frauen. Doch in der EU ist der Unterschied nur gering: Im April 2009 lag die Arbeitslosenrate bei den Frauen mit 8,5 % nur geringfügig niedriger als bei den Männern (8,6 %). In der Eurozone sind nach wie vor mit 9,4 % mehr Frauen arbeitslos als Männer (8,9 %).

In dem Bericht wird auch auf das Lohngefälle hingewiesen. In der EU verdienen Frauen pro geleistete Arbeitsstunde im Schnitt 17,4 % weniger als Männer. Und trotzdem steigt die Zahl der arbeitenden Bevölkerung. Ein weiterer interessanter Aspekt zum Schluss: 59 % aller neuen Studienabgänger sind Frauen.

 

Gleichstellung der Geschlechter in der EU

Kampagne zur Gleichstellung der Geschlechter

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