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Wie sicher ist Ihre Rente? - 09/03/2009

Rentnerpaar am Strand ©EC

Auch wenn sich manche EU-Länder aufgrund der Finanzkrise gezwungen sehen können, ihre Rentensysteme anzupassen, müssen sich die meisten Europäer, die jetzt in Rente gehen, wenig Sorgen um ihre Altersvorsorge machen.

Kein Rentensystem ist gegen das Auf und Ab der Wirtschaft gefeit. Doch das europäische System ist einem vor kurzem von der EU veröffentlichten Dokument zufolge recht widerstandsfähig. Dennoch hat die Krise einige Schwachstellen der Rentensysteme aufgedeckt – insbesondere im Bereich der kapitalgedeckten Altersvorsorge, die von der Krise unmittelbarer betroffen ist als andere Arten der Altersvorsorge.

In dem Bericht English , der sich mit verschiedenen Rentensystemen, unter anderem auch vorfinanzierten Systemen und Umlagesystemen, befasst, wird festgestellt dass die Rentensysteme aufgrund ihrer langfristigen Ausrichtung in gewissem Maße vor Marktschwankungen geschützt sind.

Vermögenswerte privater Rentenfonds sind im letzten Jahr drastisch gesunken. Andererseits deutet jedoch wenig darauf hin, dass die Rentenfonds in großem Umfang in für die Untergrabung des weltweiten Bankensystems verantwortliche, toxische Papiere investiert haben.

Inwieweit Versicherte privater Rentenkassen von den geringeren Kapitalrenditen betroffen sind, hängt von dem jeweiligen Rentensystem ab. Im Allgemeinen werden Versicherte aus betrieblichen Rentensystemen mit Leistungszusage die erwartete Rente erhalten, da in diesem Fall das Investitionsrisiko durch das System gedeckt ist und die Auszahlungen im Prinzip garantiert sind. Das kann sich jedoch ändern, wenn zum Ausgleich von Verlusten Anpassungen des Fonds vorgenommen werden.

Dem Bericht zufolge können ernstere Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass sowohl in der EU als auch in ihren Mitgliedstaaten Arbeitnehmer im Falle einer Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen, die in Altersvorsorgesysteme mit Leistungszusage einzahlen, gesetzlich geschützt sind.

Bei Systemen mit festgelegten Beiträgen hingegen wird das Risiko uneingeschränkt auf den Beitragszahler abgewälzt. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Rentenzahlungen direkt von den Erträgen der Investitionen in den Fonds abhängen. Beitragszahler, die noch einige Arbeitsjahre vor sich haben, haben vielleicht noch Zeit, Investitionen zurückzugewinnen. Aber auch diejenigen Beitragszahler, die dem Rentenalter schon nähergerückt sind, können der Krise trotzen – vorausgesetzt, ihr Altersvorsorgessystem basiert auf einer so genannten „Lebenszyklusstrategie“, die darauf abzielt, das Risiko des Investors mit nahendem Rentenalter zu senken.

Ältere Mitbürger ohne Lebenszyklusstrategie, die sich auf beitragsbezogene Systeme verlassen haben, müssen eventuell mit einer kleineren Rente auskommen oder aber länger arbeiten, um den Verlust auszugleichen.

Solche Fälle sind jedoch die Ausnahme. Die meisten Europäer, die heute in Rente gehen, können sich auf die öffentlichen Umlagesysteme verlassen. Bisher hat sich die Finanzkrise auf diese Systeme nicht wesentlich ausgewirkt. Setzt sich der Wirtschaftsabschwung jedoch fort und nehmen die Arbeitslosenzahlen weiter zu, müssen die Regierungen gegebenenfalls ihre Rentenpläne überarbeiten, um die langfristige Tragfähigkeit der Systeme zu gewährleisten.

Gemeinsamer Bericht über Sozialschutz und soziale Eingliederung 2009

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