Navigationsleiste

Unterstützung für Arbeitssuchende - 16/12/2008

Autos in einer Montagehalle © EC

Arbeitnehmer, die im Zuge der Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verlieren, sollen aus Mitteln eines EU-Fonds unterstützt werden.

Weil die Finanzkrise der Wirtschaft immer mehr zusetzt, plant die EU, die Regeln für die Unterstützung entlassener Arbeitnehmer zu lockern.

Einem von der Kommission vorgelegten Vorschlag zufolge soll der Anwendungsbereich des Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung ausgeweitet werden, damit die Mitgliedstaaten leichter über entsprechende Hilfen verfügen können.

Der Fonds verfügt über ein Jahresbudget von 500 Millionen Euro, die dafür eingesetzt werden können, Arbeitslose bei der Jobsuche zu unterstützen. Üblicherweise nutzen die EU-Mitgliedsländer diese Mittel zur Finanzierung von Schulungen und Beihilfen für die Arbeitssuche.

Sie können Gelder aus dem Fonds beantragen, wenn Unternehmen aufgrund von Veränderungen im Welthandelsgefüge zu Umstrukturierungen oder Arbeitsplatzverlagerungen gezwungen sind, denen mindestens 1000 Stellen zum Opfer fallen.

Die Kommission hat nun vorgeschlagen, den Zugriff bereits ab 500 gestrichenen Arbeitsplätzen zu ermöglichen und den Begünstigtenkreis auf Arbeitnehmer auszudehnen, die nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Welthandel, sondern auch wegen anderer wirtschaftlicher Probleme ihren Job verloren haben. Außerdem soll die Unterstützungsdauer von einem auf zwei Jahre verdoppelt werden, während die von den Mitgliedstaaten geforderten Aufstockungsbeträge gesenkt würden.

Nach den geltenden Regeln müssen die Mitgliedsländer Mittel in derselben Höhe zuschießen, in der Gelder aus dem Fonds fließen. Die Neuregelung würde nun dazu führen, dass sie bis zum Dreifachen ihres Eigenbeitrags erhalten könnten.

Seit Einführung des Fonds im Jahr 2007 hat die Kommission insgesamt rund 68 Millionen Euro freigegeben. Unterstützt wurden ca. 15 000 Arbeitnehmer, darunter 1600, die dieses Jahr ihre Jobs verloren, als der Autozulieferer Delphi seine Fabrik im spanischen Cádiz schloss und die Produktion in einer bestehenden Anlage in Marokko hochfuhr.

Die EU-Wirtschaft leidet zunehmend unter den Auswirkungen der schlimmsten Finanzkrise seit der Großen Depression in den 30er Jahren. Die Wirtschaftsleistung in der EU ist rückläufig, und die Arbeitslosigkeit steigt.

Im Oktober nahm die Zahl der Arbeitslosen EU-weit um 290 000 zu (entsprechend den letzten verfügbaren Daten), die Arbeitslosenquote kletterte von 7,0 % im September auf 7,1 %. Zum Vergleich: Im Oktober 2007 lag sie noch bei 6,9 %.

Der Euroraum verzeichnete seinerseits einen Anstieg von 7,6 % im September auf 7,7 % im Oktober. Hier betrug die Quote im Oktober 2007 noch 7,3 %.

Die jetzt vorgelegten Vorschläge sind nur ein Teil der EU-Strategie zur Bewältigung der Krise. Um kurzfristig Arbeitsplätze zu erhalten bzw. neu zu schaffen, plädiert die Kommission für eine Anpassung der Nutzungsbedingungen des Regionalfonds an den EU-Plan zur Rettung der Wirtschaft. Des Weiteren sollen Arbeitssuchende bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt durch eine bessere Koordinierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung zwischen den Mitgliedstaaten unterstützt werden. Sämtliche Maßnahmen zielen auf die Stärkung der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung.

kontrastreiche Version normale Schriftgröße Schriftgröße 200 % Seite versenden Seite drucken

 

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

Ja Nein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?

Nützliche Links