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Offene Türen für behinderte Menschen - 01/12/2008

Lehrer im Rollstuhl in einem vollen Klassenzimmer © EC

EU erbittet Vorschläge und Ideen, wie behinderten Menschen das Leben erleichtert werden kann.

In der Stadt Linares im Süden Spaniens haben einige Geschäfte keine Türen – nicht wegen des warmen Wetters, sondern aus Rücksicht auf Menschen wie Coral Montilla Gonzalez, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Ein Einkauf in der Innenstadt war für sie immer eine Aufgabe, die sie kaum bewältigen konnte. Das hat sich jetzt geändert, nachdem das Viertel behindertengerecht umgestaltet wurde. Die Bordsteinkanten wurden abgesenkt, Rampen für Rollstuhlfahrer wurden angebracht und Türen wurden durch breite Öffnungen ersetzt.

"Ich kann jetzt in viele Geschäfte hineinkommen, zu denen ich früher keinen Zugang hatte", sagt sie. "Ich war immer auf Hilfe angewiesen. Jetzt nicht mehr."

Die Initiative der Stadt Linares zeigt, welch wichtige Rolle die Gemeinden bei den allgemeinen Bemühungen spielen, behinderte Menschen besser einzugliedern. Solche Maßnahmen sind jetzt von besonderem Interesse, da die EU – deren aktueller Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen 2010 ausläuft – eine Debatte darüber anstoßen möchte, was sie in Zukunft für behinderte Menschen tun soll.

Lokales Handeln ist das Thema einer von der Kommission ausgerichteten Konferenz anlässlich des Europäischen Tags der Menschen mit Behinderungen im Dezember 2008. Unter anderem geht es darum, wie EU-Fonds auf lokaler Ebene eingesetzt werden können, um behinderten Menschen das Leben zu erleichtern.

Mehr als 50 Millionen Europäer – das sind über 10 % der Bevölkerung – müssen mit einer Behinderung leben. Für sie können alltägliche Aufgaben wie der Gang zur Post oder der Einkauf im Lebensmittelgeschäft ein schier unüberwindliches Problem sein. Und auch wenn behinderte Menschen heute mehr Hilfe bekommen als in der Vergangenheit, türmen sich vor ihnen immer noch große Hürden auf, die einer Diskriminierung gleichkommen: ob es nun um Arbeitsplätze, Bildung oder angemessenen Wohnraum geht.

Die EU hat bereits Vorschriften erlassen, die eine Diskriminierung am Arbeitsplatz verbieten. Mitte des Jahres hat die Kommission einen Vorschlag zum Schutz vor Diskriminierung in anderen Bereichen vorgelegt. Die Richtlinie soll alle, nicht nur behinderte Menschen vor Diskrimierung schützen.

Ein weiteres Rechtsinstrument, das die EU-Politik maßgeblich bestimmen wird, ist die neue UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die alle Politikbereiche abdeckt – angefangen beim Rechtswesen über Verkehr und Gesundheit bis zur Informationstechnologie. Das Übereinkommen bedeutet eine entscheidende Wende, denn fortan gelten Behinderungen als Menschenrechtsthema und nicht nur als Angelegenheit der Sozialfürsorge.

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