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Gefahren am Arbeitsplatz - 24/10/2008

Gefährdungsbeurteilung – ein Schlüssel zur Sicherheit am Arbeitsplatz.

Der Unfall war schon vorprogrammiert ...

An jenem Tag herrschte auf dem Bauernhof in Nordfrankreich rege Geschäftigkeit. Es war Erntezeit, und Viviane Decock wuselte hin und her, füllte Kisten mit frisch geerntetem Chicorée und bemühte sich redlich, mit den Pflückern Schritt zu halten. Plötzlich sah sie, wie eine Kiste fast vom Stapelgerät rutschte.

„Damals hatten die Geräte noch keinen Schutzkäfig. So konnte ich ungehindert nach der Kiste greifen ... und die Maschine trennte meinen Arm ab.“

In der EU sterben jedes Jahr ungefähr 7 500 Menschen bei der Ausübung ihres Berufs, und sogar rund 170 000 sterben an den Folgen von arbeitsbedingten Krankheiten oder Unfällen. Über 7 Millionen werden so schwer verletzt, dass sie mindestens drei Tage lang arbeitsunfähig sind. Die gefährlichsten Berufe sind in der Landwirtschaft, im Bau, im Verkehr und im Gesundheitswesen zu finden.

Viele dieser Unfälle könnten durch eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung vermieden werden, doch zu viele Arbeitgeber nehmen diese Aufgabe nicht ernst. Statistiken zufolge werden Gefährdungsbeurteilungen eher von großen als von kleinen Unternehmen durchgeführt. Und doch ereignen sich gerade in den kleinen und mittleren Unternehmen mehr als 80 % der Unfälle und 90 % der Unfälle mit tödlichem Ausgang. Arbeitsbedingte Unfälle und Krankheiten sind aber nicht nur für die betroffenen Personen eine Tragödie. Sie schädigen auch das Geschäft.

Daher hat die EU in einer Kampagne auf die Bedeutung von Gefährdungsbeurteilungen hingewiesen und Unternehmen beraten, wie sie dabei am besten vorgehen können. Während der Europäischen Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz English (20.–24. Oktober) fanden in ganz Europa hunderte von Veranstaltungen, Konferenzen, Ausstellungen und Fortbildungsmaßnahmen statt.

Zum Zeitpunkt des Unfalls beschäftigte der Chicoréebauer neben Frau Decock noch weitere 9 Mitarbeiter. Den Ärzten gelang es zwar, ihren Arm wieder anzunähen, doch erst 18 Monate später konnte sie ihn nach drei Operationen und intensiven Rehabilitationsmaßnahmen wieder teilweise gebrauchen.

Nach dem Unfall im Jahr 2002 wurde an dem Stapelgerät ein Schutzgitter angebracht, und Géry Decock, Ehemann der Geschädigten und Eigentümer des Betriebs, ließ einen Fachmann kommen, der ihm helfen sollte, andere Gefahrenquellen zu erkennen. „Nach dem Unfall wurden wir viel sensibler für die Gefährdung unserer Arbeitnehmer“, sagte Géry. „Zuvor hatten wir uns einfach nur um die Arbeit gekümmert und waren blind für jegliche Gefahr.“

Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

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