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Eltern sein hat seinen Preis - 03/10/2008

Schwangere am Laptop mit Baby auf dem Arm

Laut einem neuen Bericht ist die Kinderbetreuung immer noch ein großes Problem für erwerbstätige Mütter in der EU.

Gute, bezahlbare Kinderbetreuung ist für Eltern in der EU schon seit Jahren schwierig zu finden. 2002 setzten die Staats- und Regierungschefs der EU die Kinderbetreuung ganz oben auf die Agenda und legten zur Bekräftigung ihres Einsatzes konkrete Ziele fest. Sie vereinbarten, für mindestens ein Drittel der Kinder unter drei Jahren und für 90 % der Kinder von 3 Jahren bis zum Schulalter Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen.

Heute, sechs Jahre später, sind die meisten Länder noch weit von diesen Zielen entfernt, wie aus einem Fortschrittsbericht hervorgeht.

Dieser EU-Bericht ist Teil eines größeren Pakets zur Unterstützung erwerbstätiger Mütter Englishfrançais. Einem Vorschlag zufolge sollten Mütter 18 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub erhalten, vier Wochen mehr als gemäß den geltenden EU-Rechtsvorschriften.

Ein anderer Vorschlag will selbständig erwerbstätigen Frauen die Möglichkeit geben, im Rahmen des Sozialplans ihres Landes bezahlten Mutterschaftsurlaub zu erhalten. Frauen, die für ein Familienunternehmen arbeiten, – zum Beispiel einen landwirtschaftlichen Betrieb – wären in die Sozialversicherung einzubinden, damit sie im Falle der Verwitwung oder Scheidung finanziell unterstützt werden können.

Lediglich fünf EU-Mitgliedstaaten haben die Zielvorgaben für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren überschritten: Portugal, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Luxemburg und Slowenien. Andere Länder kommen dem Ziel jedoch nahe. Acht Länder hielten ihr Versprechen für die Betreuung älterer Kinder: Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Irland, Schweden Estland und Italien.

Der Mangel an Betreuungsmöglichkeiten ist sowohl für die Chancengleichheit als auch für das Wirtschaftswachstum ein Problem. Er ist auch ein Grund für die sinkenden Geburtenraten in großen Teilen der EU – Paare scheuen vor einer Familiengründung zurück, weil sie Angst haben, keinen Krippen- oder Kindergartenplatz zu bekommen.

Aufgrund der Verschiebung der Alterspyramide wird der Arbeitsmarkt der EU künftig auf Frauen angewiesen sein. Oft verlassen Mütter jedoch ihren Arbeitsplatz, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Lediglich 66 % der Frauen mit unterhaltsberechtigten Kindern gehen einer Erwerbstätigkeit nach – im Vergleich zu 92 % der Väter.

Diese Situation untergräbt die Bemühungen der EU um die Gleichstellung der Geschlechter. Frauen verdienen immer noch durchschnittlich 15 % weniger als Männer und gelangen seltener in Spitzenpositionen. „Wenn sie Kinder bekommen, verlieren Frauen allzu oft ihr Einkommen und verschlechtern ihre Berufsaussichten“, sagte Beschäftigungskommissar Vladimir Špidla.

Für das Betreuungsangebot für Kinder sind die einzelnen Mitgliedstaaten zuständig, doch sie können EU-Finanzmittel erhalten, um ihre Betreuungsmöglichkeiten auszubauen. Für den Zeitraum 2007–2013 stehen ungefähr 500 Millionen Euro zur Verfügung.

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