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EU-Bankenunion rückt einen Schritt näher - 14/12/2012

EU-Staats- und -Regierungschefs

Die EU-Spitzen ebneten auf ihrer alljährlichen Tagung zum Jahresende am 13. Dezember in Brüssel das Terrain für eine Bankenunion.in den Euroländern.

Nach einer Einigung der Finanzminister in den frühen Morgenstunden des 13. Dezember gaben die Staats- und Regierungschefs im Laufe des Tages die Bahn frei für die Bankenunion.

Die Einigung sieht vor, dass die Europäische Zentralbank (EZB) – möglicherweise schon ab Januar 2014 – die direkte Aufsicht über Banken des Euroraums übernimmt. Der zentrale Überwachungsmechanismus ist für die Länder des Euroraums gedacht, kann jedoch auf andere EU-Länder ausgedehnt werden.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso begrüßte die Einigung. Sie zeige, dass es die EU und der Euroraum ernst meinen. „Für keine der 6 000 Banken im Euroraum werden wir eine nachlässige Aufsicht zulassen“, sagte Barroso.

Nun gilt es, Eigenkapitalregelungen für Banken zu schaffen und die Regelungen der EU-Länder für Bankinsolvenzen und die Einlagensicherung zu vereinheitlichen. Die Kommission wird im Jahr 2013 einen entsprechenden Vorschlag vorlegen.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war das EU-Konzept für eine engere Union. Seit November zeigt es die Richtung zu einer uneingeschränkten Wirtschafts-, Währungs-, Haushalts- sowie politischen Union auf. Die EU-weiten Wirtschaftsprobleme könnten mit einer solchen Union koordinierter und somit auch effizienter angegangen werden.

In den nächsten 18 Monaten muss vor allem Folgendes passieren:

  • Die bereits vereinbarten – oder in Vorbereitung befindlichen – Reformen im Hinblick auf eine bessere wirtschafts- und haushaltspolitische Steuerung müssen durchgeführt werden;
  • es müssen Regeln für ein Eingreifen bei finanziellen Schwierigkeiten von Banken vereinbart werden;

Kommissionspräsident Barroso drängte auf dem Gipfel auf eine Entscheidung zu diesem Konzept. Er forderte die EU-Länder auf, ihre Reformen voranzubringen.

Ferner gilt es, sich auf eine Marschrichtung zu einer Wirtschafts- und Währungsunion zu einigen. Die Kommission sähe dies gern in den EU-Verträgen festgeschrieben – das Konzept sieht daher Vertragsänderungen vor. Etwaige neue Regelungen müssten das Gleichgewicht zwischen Wirtschaftsdisziplin und solidarischer Verantwortung halten.

Nach dem Konzept müssten die an der Wirtschafts- und Währungsunion teilnehmenden Länder schneller und entschiedener handeln als die EU insgesamt und dürften dabei aber nicht die Politikbereiche aus den Augen verlieren, die alle 27 EU-Länder betreffen.

Die EU-Spitzen wünschen, dass bis Juni 2013 konkretere Pläne und Vorschläge vorgelegt werden.

Auf dem Gipfel am 13. und 14. Dezember ging es auch um Anträge auf EU-Mitgliedschaft sowie um außen- und verteidigungspolitische Fragen. Die Kommission untersucht derzeit, wie Europas Verteidigungssektor effizienter und wettbewerbsfähiger gestaltet werden kann.

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