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Europa wird älter — stellen wir uns schon jetzt darauf ein! - 15/05/2012

Vier ältere Menschen an einem Tisch spielen Karten © EU

2060 wird ein Drittel der Europäer 65 Jahre oder älter sein. Die Gesamtbevölkerung in der EU wird sich dann auf 517 Millionen belaufen.

Laut einem heute veröffentlichten EU-Bericht English wird sich die Bevölkerungsstruktur in der EU in den kommenden Jahrzehnten drastisch verändern.

Bis zum Jahr 2060 ist zwar nur mit einem geringfügigen Wachstum der Gesamtbevölkerung zu rechnen (von 502 Millionen im Jahr 2010 auf 517 Millionen), sie wird jedoch viel älter sein. Der Anteil der über 65-Jährigen wird dann 30 % betragen. An und für sich ist dies eine erfreuliche Entwicklung, doch stellt der Zuwachs des Anteils älterer Menschen die europäischen Volkswirtschaften und Sozialsysteme auch vor Probleme.

Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass die Bevölkerung in arbeitsfähigem Alter geschrumpft sein wird — der Anteil der 15- bis 64-Jährigen wird voraussichtlich von 67 % auf 56 % zurückgehen. Über den Daumen gepeilt würde dies bedeuten, dass auf jeden Rentner nicht mehr vier, sondern nur mehr zwei Erwerbstätige kämen.

Dieser demografische Wandel wird sich erheblich auf die öffentlichen Finanzen in der EU auswirken. Geht man einmal von der derzeitigen Politik aus, dann werden die rein altersbedingten öffentlichen Ausgaben, etwa für Renten, Gesundheits- und Langzeitversorgung zwischen 2010 und 2060 wahrscheinlich um 4,1 Prozent, d. h. von 25 % auf 29 % des BIP steigen. Allein schon die Rentenzahlungen werden bis 2060 schätzungsweise von 11,3 % auf 13 % des BIP angewachsen sein. Allerdings bestehen zwischen den einzelnen Ländern große Unterschiede, je nachdem, wie groß ihre Fortschritte bei den Rentenreformen sind.

Fazit: Der Bericht bestätigt, dass das Problem der Bevölkerungsalterung mit politischer Entschlossenheit angegangen werden muss.

Umfang und Tempo der Bevölkerungsalterung hängen von der zukünftigen Lebenserwartung, Entwicklung der Geburtenraten und Migration ab. Für die Lebenserwartung bei der Geburt wird bei Männern ein Anstieg von 76,7 Jahren (2010) auf 84,6 Jahre (2060) und bei Frauen von 82,5 Jahren auf 89,1 Jahre prognostiziert. Die Geburtenrate in der EU wird voraussichtlich geringfügig steigen — von 1,59 Geburten je Frau im Jahr 2010 auf 1,71 im Jahr 2060. Die erwartete Netto-Gesamtzuwanderung in die EU wird bei 60 Millionen Personen im Jahr 2060 liegen.

Wie die EU an das Thema Alterung herangeht

Europäisches Jahr für aktives Altern 2012

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