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Herbstprognose: Erholung schrittweise, aber unausgewogen - 30/11/2010

Person guckt durch ein Fernglas mit 1-Euro-Münzen vor den Objektiven© EU

Die EU-Wirtschaft wird sich 2010-2012 weiter erholen. Für das kommende Jahr wird jedoch nur mit einem schwachen Beschäftigungswachstum gerechnet.

Laut der neuesten Wirtschaftsprognose English der Kommission wird das BIP der EU 2010-2011 um rund 1¾ % steigen. Im Jahr 2012 soll es mit zunehmenden Investitionen und einer stärkeren Nachfrage der Privathaushalte auf 2 % weiter zulegen.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird sich dadurch leicht verbessern. Die Beschäftigung dürfte 2011 um fast ½ % steigen, 2012 dann um ¾ %. Die Arbeitslosenrate wird von rund 9½ % im Jahr 2010 schrittweise bis auf 9 % im Jahr 2012 zurückgehen.

Das Exportwachstum ist über einen längeren Zeitraum stabil geblieben. In der zweiten Jahreshälfte wird jedoch mit einer Verlangsamung der Weltwirtschaft gerechnet, wodurch das Exportwachstum der EU im Jahr 2011 ebenfalls gebremst werden könnte.

Andererseits scheint sich die wirtschaftliche Erholung, die bereits im dritten Quartal 2009 eingesetzt hat, weiter auszubreiten. Durch ein solides Exportwachstum wird die Industrie im Allgemeinen angespornt, in ihren Maschinenpark zu investieren.

Der Anstieg der Unternehmensinvestitionen und der Verbraucherausgaben könnte ein Ende der Nachfrageflaute bedeuten, sofern nicht die Verbraucher durch die Pläne zur Haushaltskonsolidierung der Regierungen in ihrem Konsum gebremst werden.

Die Inflation in der EU wird sich in einem gemäßigten Rahmen von durchschnittlich 2 % in diesem und im nächsten Jahr bewegen. 2012 dürfte sie mit 1¾ % sogar rückläufig sein. In der Eurozone wird von einer durchschnittlichen Inflationsrate von rund 1¾ % für 2011-2012 ausgegangen.

Durch die Belebung der Wirtschaft und die Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung werden rund die Hälfte aller EU-Mitgliedsländer im Jahr 2010 eine positivere Haushaltsbilanz vorlegen können als noch im Jahr 2009. Im kommenden Jahr ist in 24 Ländern mit niedrigeren Haushaltsdefiziten zu rechnen.

Was aus den aggregierten Zahlen allerdings nicht hervorgeht: Nicht alle EU-Länder erholen sich gleich gut oder schnell von der Rezession. Diese liegt daran, dass die einzelnen Volkswirtschaften unterschiedliche Herausforderungen bewältigen müssen (etwa einen starken Fall der Häuserpreise, Umstrukturierung mehrerer Branchen) und dass sich die Gewichte innerhalb der EU und dem Euroraum ständig verschieben.

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