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Bericht über Steuertrends in der EU 2010 veröffentlicht - 28/06/2010

Zollformular © EU

Laut Eurostat-Bericht hat die Krise zu Steuersenkungen geführt.

Der Bericht basiert auf den Steuereinnahmen des Jahres 2008, was bedeutet, dass sich die gesamten Konsequenzen der Krise darin noch nicht niedergeschlagen haben. Um ein vollständigeres Gesamtbild zu erhalten, geht der Bericht auch darauf ein, inwieweit die Steuerpolitik aufgrund der Krise geändert wurde. Dabei werden auch solche Maßnahmen berücksichtigt, die beispielsweise erst im Frühjahr dieses Jahres eingeführt wurden.

Insgesamt konnten sich die Europäer 2008 über gewisse Steuererleichterungen freuen. Diese galt insbesondere für Unternehmen und Vermögenssteuern, da die Regierungen bemüht waren, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise etwas abzumildern. Die Steuerbelastung in der EU der 27 bleibt jedoch verglichen mit dem Rest der Welt im Durchschnitt hoch, was überwiegend auf unsere umfassenden Sozialsysteme zurückzuführen ist.

Auch in den nächsten Jahren kann kaum mit einer geringeren Belastung gerechnet werden, da die meisten Länder nach umfangreichen Investitionen in den wirtschaftlichen Wiederaufschwung nun knapp bei Kasse sind.

Im Jahr 2008 flossen rund 39,3 % des Bruttoinlandsprodukts direkt in die Staatskassen – nach vier Jahren war die Steuerquote zum ersten Mal wieder gesunken (um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2007). Trotz alledem war sie noch über ein Drittel höher als in den USA oder Japan.

Beim Verhältnis der Steuereinnahmen zum BIP gibt es zwischen den einzelnen EU-Ländern große Unterschiede. Es reicht von 28 % in Rumänien bis zu 48,2 % in Dänemark. Tendenziell ist es jedoch in den älteren EU-Ländern höher.

Viele Länder gönnten ihren Steuerzahlern im Bereich der Vermögenssteuer eine Atempause. Diese wurde ihnen jedoch häufiger in Form von Zuschüssen als in Form von Steuersenkungen gewährt, da die Regierungen die Ausgaben der Haushalte steigern wollten, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Die höchsten Vermögensteuersätze waren in Schweden (56,4 %), Belgien (53,7 %) und den Niederlanden (52,0 %) zu finden, die niedrigsten in Bulgarien (10,0 %), der Tschechischen Republik und Litauen (beide 15,0 %).

Die Unternehmenssteuersätze – die über Jahre hinweg gefallen waren – blieben auf dem selben Niveau oder sanken. Der Durchschnittssatz liegt nun bei 23,2 % verglichen mit 35,3 % im Jahr 1995.

Die durschnittliche Mehrwertsteuer stieg von 19,8 % im Jahr 2009 auf 20,2 % im Jahr 2010. Im Jahr 2000 lag sie bei 19,2 %.

Die auf Arbeit erhobenen Steuern und Abgaben – Einkommensteuer und Sozialbeiträge zusammengenommen – machten rund 34 % der gesamten Steuereinnahmen aus. Hier gab es keine nennenswerten Schwankungen.

Die Einnahmen aus Verbrauchssteuern, die ungefähr ein Viertel der Steuereinnahmen ausmachen, sanken im Jahr 2008 um 0,7 Prozent – dies ist der größte je in einem einzigen Jahr verzeichnete Rückgang und somit ein Indikator für die Schwere der Krise.

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