Navigationsleiste

Banken und Finanzen – ein Jahr später - 23/09/2009

Großes Schaubild, das den Absturz der Londoner Börse auf dem Höhepunkt der Krise im September 2008 zeigt © Reporters

Neue EU-Vorschriften sollen für eine strengere Überwachung der Finanzdienstleister sorgen – ein deutliches Signal an den diese Woche stattfindenden G-20-Gipfel.

Mit diesen weitreichenden Vorschlägen – einem Kernbestandteil der Antwort der EU auf die Finanzkrise – würde das erste echte europäische Überwachungssystem für die Finanzwirtschaft geschaffen.

Vor einem Jahr hatte der Zusammenbruch der US-Investitionsbank Lehman Brothers die Märkte in der ganzen Welt erschüttert. In der 27 Staaten umfassenden EU wurden die Turbulenzen noch durch das Fehlen eines einheitlichen Konzepts zur Regulierung der Finanzwirtschaft verschärft.

Dieses Paket von Vorschriften zeige „unsere Entschlossenheit, von der Krise zu lernen und die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen", so Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy.

Derzeit erfolgt die Überwachung hauptsächlich auf nationaler Ebene, wobei die einzelnen EU-Staaten ihre eigenen Banken überwachen – obwohl der Binnenmarkt schon mehr als zehn Jahre besteht und viele Finanzinstitute grenzüberschreitend tätig sind.

Nach den neuen Regeln würde ein europäisches Finanzaufsichtssystem geschaffen, um eine einheitliche Überwachung der Finanzinstitute zu gewährleisten, die in zwei oder mehr EU-Mitgliedstaaten tätig sind. Neue europäische Behörden für Banken, Versicherungen, Wertpapiere und betriebliche Altersversorgung würden die Arbeit der nationalen Überwachungsbehörden kontrollieren und koordinieren.

Diese europäischen Überwachungsbehörden hätten das letzte Wort bei Meinungsverschiedenheiten zwischen nationalen Überwachungsbehörden und könnten im Notfall bestimmte Maßnahmen vorschreiben. Insbesondere erhielte die Wertpapierbehörde die Befugnis zur Kontrolle der Ratingagenturen, also von Privatunternehmen, die Investoren vor risikoreichen Kapitalanlagen warnen sollten.

Außerdem würde ein EU-weites Gremium zur Ermittlung von Risiken geschaffen, die die Stabilität des gesamten Finanzsystems bedrohen. Die neuen Überwachungsbehörden würden – zusammen mit der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken – im Europäischen Ausschuss für Systemrisiken vertreten sein.

Die EU hat ähnliche Reformen auf weltweiter Ebene gefordert; ein Standpunkt, den die Gruppe der 20 führenden Wirtschaftsmächte bereits im April unterstützt hat. Jetzt, sechs Monate später, treffen sich die Spitzen der G-20-Staaten in Pittsburgh, um Bilanz zu ziehen und eine Beschränkung der Gehälter von Bankangestellten zu erörtern – ganz im Sinne der EU.

Nach dem Zusammenbruch im letzten Jahr hatte die EU eine Gruppe von Bankexperten beauftragt, Wege zu finden, um eine Wiederholung der schwersten Finanzkrise seit dem Absturz der New Yorker Börse im Jahre 1929 zu verhindern. Die neuen Vorschläge stützen sich auf diese, vom EU-Ministerrat bereits vor Monaten gebilligten Empfehlungen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise – Fakten und politische Maßnahmen

Weitere Informationen zu Finanzdienstleistungen

kontrastreiche Version normale Schriftgröße Schriftgröße 200 % Seite versenden Seite drucken

 

Haben Sie die gesuchten Informationen gefunden?

Ja Nein

Wonach haben Sie gesucht?

Haben Sie Vorschläge?

Nützliche Links