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Wie geht es uns eigentlich wirklich? - 08/09/2009

Münzen auf den Finanzseiten einer Tageszeitung ©EC

Die wirtschaftliche Leistung eines Landes sagt nicht alles aus – Wohlstand misst sich auch an sozialen und ökologischen Faktoren.

Jahrzehntelang wurde die Leistung eines Landes allein an wirtschaftlichen Indikatoren wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen. Die Europäische Kommission will nun einen neuen Ansatz zur Bewertung des wirtschaftlichen Fortschritts entwickeln. Das BIP bezieht sich auf den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Bezugsjahr in einem bestimmten Land hergestellt oder erbracht werden. Diese Art der Leistungsbewertung ging aus der sogenannten Großen Depression hervor und ist eine gute Methode, um die Produktion zu messen – als Indikator für das Gemeinwohl ist sie jedoch weniger geeignet.

Unter dem BIP werden nämlich alle wirtschaftlichen Tätigkeiten zusammengefasst – auch jene, die schädlich für Umwelt und Menschen sind. So können etwa Kriege und Naturkatastrophen durchaus positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, weil durch die Wiederaufbauarbeiten Wachstum entsteht.

Das BIP gibt außerdem keinen Hinweis auf die Verteilung des Reichtums in einem Land. In einigen Ländern mit einem verhältnismäßig hohen BIP gibt es ein erhebliches soziales Gefälle.

Die Öffentlichkeit wird sich zunehmend bewusst, dass die Qualität des Wachstums genauso wichtig ist wie die Quantität. Einer kürzlich durchgeführten Umfrage zufolge sind zwei Drittel der Europäer der Ansicht, die Regierungen sollten sozialen und ökologischen Aspekten des Wohlstands mehr Bedeutung beimessen. Die Frage ist nur, wie diese gemessen werden können.

Die Kommission will einen umfassenden Umweltindex entwickeln, der Klimawandel, biologische Vielfalt, Luftverschmutzung, Wasserverbrauch und Abfallbewirtschaftung berücksichtigt. Darüber hinaus fordert sie genauere Informationen über wirtschaftliche Ungleichgewichte. Entsprechende Daten müssten rechtzeitig zur Verfügung stehen – auch hier bleibt noch viel zu tun. Außerdem gilt es, Grenzwerte für die wichtigsten Schadstoffe und für erneuerbare Rohstoffe zu ermitteln.

Alternativen zum BIP

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