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Ende der Krise in Sicht? - 04/05/2009

Geschäftsmann beim Zeitunglesen ©EC

Die EU-Wirtschaft befindet sich in der schlimmsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Während sich die Inflation abgeschwächt hat, sind Arbeitsmarkt und öffentliche Finanzen schwer getroffen, und die Lage dürfte sich erst im kommenden Jahr stabilisieren.

In der aktuellen Frühjahrsprognose English wird für 2009 ein Schrumpfen der EU-Wirtschaft um 4 % vorausgesagt, nachdem diese in 2008 um 0,8 % gewachsen war. Fast alle EU-Länder leiden unter den Folgen der Finanzkrise, des weltweiten Konjunktureinbruchs und – zum Teil – unter den Korrekturen auf den Immobilienmärkten.

Da jedoch steuer- und finanzpolitische Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft zu greifen beginnen, wird das Wachstum vor Ende nächsten Jahres voraussichtlich wieder anziehen (trotz einer Vorhersage von -0,1 % Gesamtwachstum für 2010). Sowohl die Herbstprognose als auch die Zwischenprognose von Januar 2009 mussten allerdings nach unten korrigiert werden, wobei sich die Situation im Euroraum ähnlich gestaltet wie in der EU insgesamt.

Die Inflation ist in den vergangenen Monaten erheblich zurückgegangen. Es wird erwartet, dass die HVPI English-Inflation (offizielles Maß) in der EU in diesem Jahr bei knapp unter 1 % (0,5 % im Euroraum) liegen und 2010 schrittweise auf rund 1,25 % ansteigen wird.

Sowohl in der EU als auch im Euroraum wird die Beschäftigung voraussichtlich um 2,5 % in diesem Jahr und um weitere 1,5 % im kommenden Jahr sinken. Insgesamt entspricht dies einem Verlust von rund 8,5 Millionen Arbeitsplätzen in der EU in 2009 und 2010. Zum Vergleich: im Zeitraum 2006 bis 2008 wurden 9,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen.

Auch die öffentlichen Finanzen sind schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die nationalen Haushaltsdefizite in der EU dürften sich dieses Jahr insgesamt mehr als verdoppeln (von 2,3 % des BIP im Jahr 2008 auf 6 % in 2009) und auch 2010 weiter steigen (auf 7,25 %). Zurückzuführen ist dies auf sinkende Steuereinnahmen und hohe öffentliche Ausgaben zur Ankurbelung der Wirtschaft.

Angesichts der schlimmsten Rezession der Weltwirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg sind die Aussichten weiterhin ungewiss. Vieles hängt von den Auswirkungen der Finanzkrise ab und davon, wie stark die einzelnen Wirtschaftszweige auf Entwicklungen in anderen Bereichen reagieren und als wie wirksam sich die steuer- und finanzpolitischen Anreize erweisen.

Die Kommission veröffentlicht ihre Wirtschaftsprognosen vier Mal pro Jahr: Die umfassenden Frühjahrs- und Herbstprognosen decken Wachstum, Inflation, Beschäftigung, öffentliche Haushaltsdefizite und Schulden für alle EU-Mitgliedstaaten und mehrere Nicht-EU-Länder ab. Die weniger umfangreichen Zwischenprognosen werden für gewöhnlich im Februar und September veröffentlicht und beschäftigen sich mit den Entwicklungen seit der letzten Prognose allein in den größten Volkswirtschaften.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise – Fakten und politische Maßnahmen

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