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Bildungsreform: Es bleibt viel zu tun! - 26/11/2009

Studenten mit Büchern vor einem Gebäude mit europäischen Sternen ©EC

Die EU erreicht lediglich eines ihrer selbst gesteckten Bildungsziele.

Vor fast zehn Jahren einigten sich die EU-Länder auf fünf Ziele zur Reform der allgemeinen und beruflichen Bildung. Wie aus einem aktuellen Bericht English hervorgeht, werden diese bis 2010 jedoch nicht erreicht.

Nur ein Ziel bildet die Ausnahme: Die Zahl der Absolventen in Mathematik, Naturwissenschaften und Technologie konnte wie angestrebt um 15 % angehoben werden, wobei – wie gefordert – auch der Anteil an Frauen unter den Absolventen gesteigert werden konnte.

In drei anderen Bereichen haben die EU-Länder trotz einiger Fortschritte die gesteckten Ziele bisher aber verfehlt: Teilnahme am lebenslangen Lernen, Senkung des Anteils an Schul- und Studienabbrechern und Steigerung der Zahl der Abgänger mit einem Abschluss der Sekundarstufe II.

In Bezug auf das fünfte Ziel (Verbesserung der Lesekompetenz der 15-Jährigen) haben die EU-Länder nicht nur ihr Ziel nicht erreicht, sondern stehen jetzt sogar schlechter da als noch vor zehn Jahren.

Das Bildungsniveau in Europa ist insgesamt betrachtet jedoch gestiegen. Zwar haben immer noch 30 % (oder 77 Millionen) der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter einen niedrigen Bildungsabschluss, die Zahl ist jedoch seit 2000 jährlich um rund eine Million zurückgegangen.

Wenn die EU auch bereits seit langem erkannt hat, dass eine bessere Bildung für die Überwindung wirtschaftlicher und sozialer Hürden unerlässlich ist, so zeigt sich in der derzeitigen Wirtschaftskrise, wie dringlich Bildungsreformen und weitere Investitionen sind.

In einem gesonderten Bericht English zur europäischen Zusammenarbeit im Bildungsbereich wird ausgeführt, dass die Investitionen pro Lernendem seit 2000 auf allen Bildungsebenen gestiegen sind. Im Hochschulbereich steigen die Investitionen jedoch nicht mehr so schnell wie zuvor. Um zu den USA aufschließen zu können, müssten die EU-Länder jedes Jahr pro Studierendem im Schnitt 10 000 Euro mehr investieren.

Die Ziele sind Teil der „Lissabon-Strategie“, einem im Jahr 2000 von den EU-Staats- und -Regierungschefs verabschiedeten Zehnjahresplan für Wachstum und Beschäftigung. Die Kommission veröffentlicht jährlich Berichte über die diesbezüglichen Fortschritte der Mitgliedstaaten.

Da die Strategie im nächsten Jahr ausläuft, werden die Ziele derzeit überdacht. Dieses Jahr hatten die EU-Regierungen Ziele für die frühkindliche und postsekundäre Bildung hinzugefügt und sich darauf geeinigt, dass das Ziel der Lesekompetenz für 15-Jährige auf Mathematik und Naturwissenschaften ausgeweitet werden soll.

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