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Qualifikationen auf dem Prüfstand - 22/09/2008

Grafikdesigner bei der Arbeit am Bildschirm

Die erste „Berufseuropameisterschaft“ verdeutlicht den Fachkräftemangel auf dem europäischen Arbeitsmarkt.

Mehr als 400 junge Leute aus 30 Ländern beteiligten sich an EuroSkills 2008 English. Teilnahmeberechtigt an dem Wettbewerb, der vom 18. bis 20. September in Rotterdam stattfand und 40 000 Besucher anzog, waren Auszubildende und Absolventen von Berufsbildungsprogrammen.

Im Mittelpunkt standen Dutzende von Berufen – von traditionellen Gewerken wie Zimmerer oder Maurer bis hin zu Tätigkeitsbereichen aus dem Informationszeitalter wie Robotik oder Webdesign. Sie alle haben eines gemeinsam: den Bedarf an mehr Fachkräften, die auf dem heutigen Arbeitsmarkt aber schwer zu finden sind.

Berufswettbewerbe hat es bereits in einzelnen Ländern gegeben, doch dies ist der erste, der EU-weit veranstaltet wurde. Der Wettbewerb wurde von der EU vor dem Hintergrund finanziert, Spitzenleistungen zu fördern und das Niveau der Berufsausbildung zu verbessern.

Jüngsten Prognosen PDFEnglish zufolge wird die EU-Wirtschaft in den nächsten acht Jahren rund 13 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Heutzutage ist allerdings schon für einfache Tätigkeiten ein beachtliches Know-how erforderlich, so dass es für Unternehmen wohl nicht einfach wird, die entsprechenden Stellen zu besetzen. Die erwerbstätige Bevölkerung nimmt ab und überaltert, und selbst da, wo es genügend Arbeitskräfte gibt, verfügen sie nicht immer über die nötige Qualifikation.

Beim Wettbewerb in Rotterdam war von Fachkräftemangel nichts zu spüren. Viele der Teilnehmer hatten ihr Können bereits in ihren Heimatländern und in anderen Teilen der Welt bei ähnlichen Meisterschaften auf die Probe gestellt. Dániel Bolla, ein Techniker aus Ungarn, hat im vergangenen Jahr in seinem Heimatland zwei Wettbewerbe gewonnen und auch bei der Berufs-WM WordSkills in Japan gut abgeschnitten. Er ist Fachmann für Mechatronik – eine Kombination aus Maschinenbau und Elektrotechnik.

„Mechatronik ist sehr komplex“, so Dániel Bolla. „Ich mag Elektronik, IT und auch Pneumatik, und sie alle fließen in die Mechatronik ein.“

Die Veranstaltung – zum Teil Wettbewerb, zum Teil Jobmesse – bot Gelegenheit, mit möglichen Arbeitgebern in Kontakt zu kommen und sich ein Bild von Berufsschulen und Ausbildungsprogrammen zu machen. Besucher konnten nicht nur den Teilnehmern bei der Arbeit zusehen, sondern auch ihr eigenes Geschick ausprobieren, beispielsweise beim Verabreichen einer Spritze, dem Herstellen eines Rucksacks, dem Schweißen eines Namensschilds oder der Programmierung eines Roboters.

Wer die Premiere verpasst hat, mag sich trösten: Die Organisatoren wollen EuroSkills künftig regelmäßig alle zwei Jahre in jeweils einem anderen Land veranstalten.

Zu den anderen EU-Initiativen zur Förderung der Berufsausbildung gehört auch eine Konferenz für Auszubildende, die im Oktober in Paris stattfindet. Damit sollen die Pläne für ein europäisches Austauschprogramm für Auszubildende vorangetrieben werden.

Leonardo da Vinci – EU-Programm für die berufliche Aus- und Weiterbildung English

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