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Gute Aussichten für Musiker - 23/07/2008

Ein Schlagzeuger und ein Trompeter auf einem Schiff

Ein neuer Kommissionsvorschlag zum Urheberrechtsschutz sieht vor, dass ausübende Künstler auch noch lange nach ihren ersten Plattenverkäufen finanziell davon profitieren können.

Europas beliebteste Sänger und Sängerinnen wie Cliff Richard, Charles Aznavour, Nana Mouskouri und Julio Iglesias unterhalten uns seit fast einem halben Jahrhundert. Die Urheberrechte gelten gegenwärtig jedoch nur für 50 Jahre, sodass Sänger im Rentenalter keine Lizenzgebühren für ihre ältesten Aufnahmen mehr erhalten, obwohl sie das Geld gerade dann vielleicht am dringendsten bräuchten.

Der Kommissionsvorschlag hätte zur Folge, dass Künstler mit einem zusätzlichen Einkommen in Höhe von 150 bis 2000 Euro pro Jahr rechnen könnten. Die obengenannten „Superstars“ hätten dies wahrscheinlich nicht nötig. Für Musiker, die sich mit kleinen Auftritten über Wasser halten und nur für eine Aufnahme eingestellt und entsprechend nur einmalig bezahlt werden, wäre dieses zusätzliche Einkommen jedoch enorm wichtig.

Der Vorschlag sieht vor, den Schutz von Tonaufnahmen und Tonträgern von 50 auf 95 Jahre zu verlängern. Dies käme sowohl den Künstlern als auch den Plattenfirmen zugute: Beide Seiten würden jedes Mal, wenn eines ihrer Stücke öffentlich gesendet oder an öffentlichen Orten wie Bars oder Einkaufszentren gespielt wird, ein Entgelt erhalten.

Eine Schutzdauer von 95 Jahren würde die Einkommensausfälle von Künstlern im Alter ausgleichen sowie die Urheberrechte für Musiker an die von Textautoren annähern. Eine größere Einkommenssicherheit für Sänger könnte überdies dazu beitragen, dass sie in Europa bleiben und nicht in andere Länder mit strengeren Urheberrechten abwandern.

Die Mehrheit der Musikstücke hat mehr als einen Urheber, und auch für diese Stücke würde der Schutz verlängert werden. Die Urheberrechte für solche Stücke würden erst 70 Jahre nach dem Tod des letzten beteiligten Urhebers erlöschen.

Parallel zu dem Vorschlag wurde ein Konsultationspapier zum Thema „Urheberrechte in der wissensbestimmten Wirtschaft” vorgestellt, in dem es um die besten Wege der Wissensverbreitung zum Vorteil der Wirtschaft in einer zunehmend digitalisierten Welt geht. Die Konsultation wird zeigen, ob die geltenden Urheberrechte ausreichend Schutz für Wissensinhalte – z. B. Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung – bieten und ob Autoren und Verleger ermutigt werden, dieses Wissen zu teilen.

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