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Nur Spiel und Spaß? - 22/04/2008

Bildsymbole, die Gewalt, vulgäre Sprache, angsteinflößende Bilder, Sex, Drogen, diskriminierende Inhalte und Glücksspiel andeuten

Angesichts der wachsenden Besorgnis in der Öffentlichkeit über einen möglichen Zusammenhang zwischen gewaltbetonten Videospielen und aggressivem Verhalten fordert die EU die Spieleindustrie auf, ein wirksames Inhaltsbewertungssystem zu entwickeln.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen drastischen, gewaltverherrlichenden Videospielen und Vorfällen wie der Schießerei an einer finnischen Schule im November 2007? In einigen Ländern wird dies vermutet, und so wurde dort der Verkauf von Videospielen wie „Manhunt 2“ verboten oder eingeschränkt. Was hat das mit der wachsenden Gewalt auf den Straßen und mit der plötzlichen Welle von Messerstechereien zu tun? Nicht jeder sieht einen Zusammenhang, auch in Europa ist man geteilter Meinung zu diesem Thema. Eines ist jedoch klar – Eltern müssen wissen, welche Spiele ihre Kinder spielen.

Die EU fordert, in den nächsten zwei Jahren einen Verhaltenskodex für den Verkauf von Videospielen an Kinder zu formulieren und parallel dazu ein transparentes und wirksames Inhaltsbewertungssystem für ganz Europa zu entwickeln.

Die Spieleindustrie in der EU wird in diesem Jahr schätzungsweise einen Umsatz von 7,3 Mrd. Euro machen. EU-Medienkommissarin Viviane Reding begrüßt diesen wirtschaftlichen Erfolg, weist aber darauf hin, dass „die Industrie mehr Verantwortung“ zeigen müsse. Sie sieht in dem bestehenden europaweiten Informationssystem über Videospiele (PEGI) einen guten Anfang. 

PEGI wird von 20 Ländern verwendet, doch Ziel ist es, alle Mitgliedstaaten einzubeziehen. „Deshalb sagen wir heute ganz deutlich, dass die Unternehmen und die nationalen Behörden noch mehr tun müssen, um dafür zu sorgen, dass die Eltern in der Lage sind, die richtigen Entscheidungen für sich und ihre Kinder zu treffen,“ sagte Meglena Kuneva, Kommissarin für Verbraucherschutz.

Was ist zu tun?

  • Die Industrie muss PEGI und PEGI Online verbessern und bekannter machen.
  • Die Länder müssen PEGI in ihr eigenes Bewertungssystem einbeziehen und gewährleisten, dass die Menschen darüber informiert sind.
  • Es müssen neue Wege gefunden werden, das Alter der Käufer zu prüfen.
  • Es muss ein europaweiter Verhaltenskodex für den Verkauf von Spielen an Kinder geschaffen werden.

All dies muss schnell geschehen: Spiele sind immer häufiger über das Internet und über Mobiltelefone erhältlich – 2010 werden schätzungsweise 33 % der Käufe über diese Verkaufswege abgewickelt. Bereits heute ist die Industrie halb so groß wie der gesamte europäische Musikmarkt und macht weit mehr Umsätze als die Kinokassen.

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