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Europas Stahlindustrie muss wettbewerbsfähig bleiben - 11/06/2013

Flachstahlrollen in einer Fabrik © iStockphoto

Nachfragerückgang, ökologische Herausforderungen und unlauterer Wettbewerb – diesen Problemen soll ein Aktionsplan mit Schwerpunkt auf Kostensenkungen und Innovation abhelfen.

Mit einem Anteil von 11 % an der Gesamtproduktion und über 360 000 Beschäftigten steht die europäische Stahlindustrie weltweit an zweiter Stelle.

Doch die Zeiten sind hart. Die Nachfrage ist durch den weltweiten Konjunkturrückgang gesunken, die Energiekosten steigen weiter an, viele Rohstoffe müssen eingeführt werden, der Wettbewerb ist oftmals unfair und die Einhaltung der Umweltschutzauflagen kann teuer sein.

Da die weltweite Nachfrage bis 2025 ansteigen dürfte, liegt es in Europas Interesse, der Industrie zu mehr Wettbewerbsfähigkeit zu verhelfen. Ein neuer Aktionsplan der EU-Kommission für die europäische Stahlindustrie sieht Maßnahmen in sieben Schlüsselbereichen vor:

Regulierung

Die EU wird den bürokratischen Aufwand für die Stahlindustrie bewerten und prüfen, ob die EU-Rechtsvorschriften nicht zu zusätzlichen Kosten führen.

Ankurbelung der Nachfrage

Rund 40 % der Nachfrage stammt aus dem Baugewerbe und der Automobilindustrie, und beide Branchen leiden unter der Wirtschaftskrise. Mit zwei Initiativen wird die EU diese Wirtschaftszweige fördern (CARS2020 English und Nachhaltiges Bauen English ).

Fairer Wettbewerb

Einige Nicht-EU-Länder haben Handelshemmnisse für Einfuhren aus der EU aufgebaut oder geben Anreize für ihre eigenen Ausfuhren, wodurch sie ihren eigenen Unternehmen einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Die EU wird weiter mit Nicht-EU-Ländern über Freihandelsabkommen verhandeln und unlautere Praktiken anprangern.

Senkung der Energiekosten

Rund 40 % der Stahlherstellungskosten fallen für Energie an, und die europäischen Unternehmen müssen mehr zahlen als die meisten ihrer Wettbewerber. Der Plan der EU für einen Energiebinnenmarkt soll den Wettbewerb stärken und zu niedrigeren Kosten führen.

Klimapolitik

Klare umweltpolitische Vorschriften würden Anreize für die Investitionen setzen, die für die Umstellung auf umweltfreundlichere Technologien erforderlich sind. Die Kommission wird die besten Verfahren fördern, aber die Länder müssen auch selbst auf die Preise einwirken und Mittel für Energieeffizienzprojekte bereitstellen.

Innovation

Von 2014 bis 2020 werden über das Forschungsprogramm Horizont 2020 English fast 18 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Stärkung der industriellen Führungsposition in der Innovation zur Verfügung gestellt.

Unterstützung während der Umstrukturierung

Die Stahlindustrie hat durch Umstrukturierung bereits 40 000 Arbeitsplätze verloren. Es stehen Mittel bereit, um den Betroffenen zu helfen und dafür zu sorgen, dass wichtige Fähigkeiten erhalten bleiben. Da die in der Stahlindustrie Beschäftigten immer älter werden, muss die Branche auch junge und kreative Menschen für sich gewinnen.

Die Kommission wird eine Arbeitsgruppe für die Überwachung der Fortschritte in den genannten Bereichen einrichten und in zwölf Monaten eine Bestandsaufnahme vornehmen.

Mehr über die EU-Stahlindustrie

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