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Abkehr von Emissionszielen keine Option - 29/10/2008

Blechlawine auf einer Autobahn © EC

Die EU will die Fahrzeughersteller bei der Entwicklung umweltverträglicher Autos unterstützen.

Die internationale Finanzkrise hat bereits zahlreiche Banken in Europa erschüttert. Jetzt erreicht sie auch die EU-Autoindustrie – und damit den in seiner Gesamtheit der weltweit größten Hersteller von Kraftfahrzeugen.

Die Verkaufszahlen sind drastisch gefallen und zwingen die Hersteller, ihre Produktion zurückzufahren und die Gewinnprognosen zu senken. Einige Werke in Deutschland und Frankreich schließen vorübergehend, während die Angst vor einer drohenden Rezession in der EU zunimmt.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Turbulenzen überprüft nun die Kommission ihre Strategie für die Branche. Sie veranstaltete am 29. Oktober eine Konferenz in Brüssel, um Bilanz zu ziehen und Feedback einzuholen.

Die Konferenz ordnet sich ein in die Debatte über EU-Vorschriften zur Senkung des CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen English, die bis 2012 eine Verringerung um ein Fünftel auf 130 g/km vorsehen. Die Teilnehmer plädierten für die Entwicklung umweltfreundlicher Kraftfahrzeuge, wodurch nicht nur ein Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels, sondern auch zur nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit der Branche geleistet würde. Zur Förderung umweltverträglicher Autos wird eine Taskforce eingerichtet.

Auf den Autoverkehr sind 12 % der CO2-Emissionen zurückzuführen. Bei der Konferenz herrschte Einigkeit darüber, dass es bei den Anstrengungen zur Verringerung des Schadstoffausstoßes auch um Kraftstoffe und Straßen sowie um die Fahrer gehen muss. Außerdem sollte sich die Forschung auf die aussichtsreichsten Technologien konzentrieren, beispielsweise Fahrzeuge mit Hybrid-, Elektro- oder Wasserstoffantrieb.

Die Strategie der Kommission für die Automobilindustrie wurde 2007 vorgelegt. Zu den Zielen dieses umfassenden Plans zählen der Abbau von Verwaltungslasten, der bessere Zugang zu den Märkten in Übersee, die Forschung im Dienste der Innovation sowie die Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Die Autobauer verlangen von der EU Kredite in Höhe von 40 Milliarden Euro als Unterstützung für die Entwicklung umweltfreundlicherer Fahrzeuge. Diese Forderung findet zunehmend Gehöhr, seit die USA zinsgünstige Darlehen von insgesamt rund 20 Milliarden Euro (25 Milliarden Dollar) zugesagt haben, damit die amerikanische Autoindustrie kraftstoffeffiziente Modelle entwickeln kann.

Die Grenzwerte für Fahrzeugemissionen sind Teil des Klimapakets, das die EU noch vor Ende des Jahres verabschieden will. Die Kommission hat an die Regierungen der Mitgliedstaaten appelliert, das Paket nicht zum Opfer des Wirtschaftsabschwungs werden zu lassen.

Die Automobilbranche English als wichtiges Konjunkturbarometer der europäischen Wirtschaft macht 3 % des BIP und 7,5 % der verarbeitenden Industrie aus. Sie beschäftigt unmittelbar 2 Millionen Arbeitnehmer und sorgt für mindestens 8 Millionen Arbeitsplätze in ihrem Umfeld.

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