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Multinationale Fischereiflotten kämpfen für die Rettung von Kabeljau- und Thunfischbeständen - 29/07/2008

Das Patrouillenschiff Jean Charcot auf See

Die EU-Mitgliedstaaten organisieren gemeinsame Kontrollen auf See gegen Überfischung gefährdeter Arten

Begleitet von Überwachungsflugzeugen lichteten im Februar fünf Schiffe den Anker, um in der Ostsee die Überfischung des Kabeljaus zu beenden. Kabeljau, einst der Reichtum eisiger Gewässer, ist vom Verschwinden bedroht.

In zwei Wochen absolvierten Inspektoren aus Dänemark, Litauen, Polen und Schweden 112 unangemeldete Besuche: Sie gingen auf See an Bord und kontrollierten die Schiffe im Hafen. Es wurden zehn Verstöße gegen Vorschriften festgestellt; zumeist handelte es sich um „Korrekturen“ der tatsächlichen Fangmengen nach unten.

Die Operation wurde von der EU-Fischereiaufsichtsagentur English organisiert, die die EU-Mitgliedstaaten bei der Bekämpfung der illegalen Fischerei zur Zusammenarbeit anhält. Die Agentur wurde 2005 gegründet, weil Fangquoten und andere Vorschriften offensichtlich nicht einheitlich befolgt wurden. Sie verfügt über einen Jahreshaushalt von fünf Millionen Euro und beschäftigt 50 Mitarbeiter.

Bis heute hat die Agentur ungefähr 20 Kontrollfahrten vor allem in der Ost- und Nordsee durchgeführt. Doch sie ist auch auf anderen Meeren aktiv. Während die Inspektoren im Februar die Ostsee durchkämmten, trotzte die Jean Charcot   English, ein von der Agentur gechartertes französisches Kontrollschiff, einem Sturm nach dem anderen, um Schiffe im nordwestlichen Atlantik zu kontrollieren.

Nun wendet sich die Agentur ruhigeren Gewässern zu. In ihrer bisher größten Kampagne gegen die Überfischung koordiniert sie den Einsatz von ungefähr 50 Patrouillenschiffen, 16 Flugzeugen und 30 Inspektoren im Mittelmeer und östlichen Atlantik, um die Bedrohung des gefährdeten Roten Thuns einzudämmen. Sieben Länder nehmen an der Operation teil: Frankreich, Griechenland, Italien, Malta, Portugal, Spanien und Zypern.

Nicht auf hoher See, sondern in Vigo (Spanien) wurde am 19. Juli der Sitz der Agentur eröffnet. Auch EU-Fischereikommissar Joe Borg wohnte der Zeremonie bei.

Die EU nimmt in den Wirtschaftszweigen Fischerei und Aquakultur weltweit den dritten Platz ein und ist ein großer Exporteur hochwertiger Fischereierzeugnisse. Die meisten Fänge der EU werden im östlichen Atlantik und im Mittelmeer getätigt.

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