Mittelmeerbecken

Mittelmeer

Zwar haben mehr als 20 Länder eine Mittelmeerküste, doch der größte Teil des Gewässers liegt außerhalb nationaler Gerichtsbarkeit. Deshalb ist eine Zusammenarbeit unerlässlich, um

  • maritime Aktivitäten zu organisieren,
  • die Meeresumwelt und das maritime Erbe zu schützen,
  • Umweltverschmutzung zu verhindern und einzudämmen,
  • einen sicheren Seeverkehrsraum zu gewährleisten sowie
  • blaues Wachstum und Beschäftigung zu fördern.

Im Mittelmeerraum soll die integrierte Meerespolitik Zusammenarbeit und gute Regierungsführung fördern und das nachhaltige Wachstum anregen. Folgende Maßnahmen dienen diesen Zielen:

  • In der Arbeitsgruppe für die integrierte Meerespolitik im Mittelmeerraum kommen alle Mittelmeeranrainerländer und regionalen Organisationen in jährlichen Sitzungen zusammen.
  • Die Dreiparteienzusammenarbeit zwischen der Generaldirektion der Europäischen Kommission für maritime Angelegenheiten und Fischerei, der Europäischen Investitionsbank und der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation soll den maritimen Sektor im Mittelmeer vor allem in den südlichen Partnerländern der EU fördern. Gemeinsam und im Rahmen der 12. Konferenz der Investitions- und Partnerschaftsfazilität Europa-Mittelmeer (FEMIP) arbeiten die drei Partner mit dem Sekretariat der Union für den Mittelmeerraum in wichtigen Bereichen zusammen, zum Beispiel:
    • Entwicklung maritimer Cluster,
    • Förderung eines Netzes von maritimen Bildungseinrichtungen und Akademien,
    • Entwicklung eines virtuellen Wissenszentrums für marine und maritime Angelegenheiten im Mittelmeerraum.
  • Das Projekt zur integrierten Meerespolitik für den Mittelmeerraum – ein Instrument der Europäischen Nachbarschaftspolitik, wird von den Ländern des südlichen Mittelmeerraums zur Entwicklung integrierter Ansätze hinsichtlich mariner und maritimer Angelegenheiten für südliche Nachbarländer Europas finanziert.
  • Subregionale Strategien zur Entdeckung der Stärken und Behebung der Schwächen bestimmer Meeresregionen, z. B. die neue EU-Strategie für die Region Adria-Ionisches Meer und ihr Aktionsplan, werden weiterentwickelt.
  • Das Forum für Küstenwachdienste im Mittelmeerraum, ein nicht bindendes, freiwilliges, unabhängiges und apolitisches Forum, bei dem Vertreter aus Verwaltungen, Insitutionen und Agenturen zusammenkommen, die in den Mittelmeeranrainerstaaten Küstenwachfunktionen wahrnehmen, kommt jährlich zusammen. Die Sitzungen und Foren werden von der Generaldirektion maritime Angelegenheiten und Fischerei der Kommission finanziell unterstützt.
  • Der Aufbau eines virtuellen Wissenszentrums für marine und maritime Angelegenheiten im Mittelmeerraum wird vorangetrieben, um allgemeine, technische und sektorale Informationen zu bündeln und zu teilen. Das Zentrum soll über Initiativen und Projekte Synergien verbessern, Koordinierung und Zusammenarbeit erleichtern, Investitionen und Innovation fördern und maritime Unternehmen unterstützen.
  • Zwei Studien werden in Kürze abgeschlossen:

    (a) Unterstützende Aktivitäten für die Entwicklung mariner Cluster im Mittelmeerraum und im Schwarzen Meer: Kartierung bestehender Cluster, Bestimmung von Stärken und Schwächen verschiedener Clustertypen und Prüfung der Durchführbarkeit der Entwicklung nationaler Cluster sowie Förderung der Zusammenarbeit zwischen Clustern auf subregionaler Ebene

    (b) Mittelmeerraum: Bestimmung von Elementen und geografischer Reichweite maritimer Zusammenarbeit. Teil einer umfassenderen Studie zum Wachstumspotenzial maritimer Unternehmen im Mittelmeerraum, im Meeresbecken Adria/Ionisches Meer und im Schwarzen Meer. Ziel ist es, die aktuelle maritime Zusammenarbeit zu prüfen, den Mehrwert von Zusammenarbeit auf Ebene von Meeresbecken oder Teilen davon hervorzuheben und zur Weiterentwicklung dieser Zusammenarbeit Inhalte, den geografischen Geltungsbereich und Verfahren zu ermitteln.
     
    2014 wird die Generaldirektion für maritime Angelegenheiten und Fischerei Folgendes in Angriff nehmen:

    (a) eine Studie zur Vernetzung maritimer Ausbildungsstellen und Hochschulen im Mittelmeerraum, um zu prüfen, ob und wie ein solches Netz eingerichtet werden kann und ob es Vorteile unter anderem für die Tätigkeiten der Küstenwache bietet

    (b) Forschungen zur Weiterentwicklung und Innovation in der Meereswirtschaft über das virtuelle Wissenszentrum für marine und maritime Angelegenheiten im Mittelmeerraum

Regionale Zusammenarbeit mit Partnern im Mittelmeerraum

Die Beziehungen zwischen der EU und den Ländern des südlichen Mittelmeerraums und des Nahen Ostens wurden im Rahmen der Partnerschaft Europa-Mittelmeer aufgebaut, die 1995 mit der Erklärung von Barcelona eingerichtet wurde. In letzter Zeit wurden im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik die Beziehungen zwischen der EU und diesen Regionen klar umrissen.

Die Partnerschaft Europa-Mittelmeer – auch Barcelona-Prozess genannt – ist ein regionales Forum für politische, wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit, das bilaterale Assoziierungsabkommen und Aktionspläne der Europäischen Nachbarschaftspolitik ergänzt. Mit der Gründung der Union für den Mittelmeerraum im Jahr 2008 wurde der Prozess wiederbelebt.

Marine und maritime EU-finanzierte Projekte werden für unterschiedliche Politikbereiche aus verschiedenen EU-Fonds gefördert. Beispiele:

Wichtige Dokumente

Europas maritimes Potenzial

Weitere Informationen

Maritimes Forum

  • Kapitel Mittelmeer (Projekte, Hintergrundinformationen, Arbeitsdokumente, Veranstaltungen)

Europäischer Meeresatlas

Europäisches Meeresbeobachtungs- und Datennetzwerk (EMODnet)

EUROSTAT

Maritime Angelegenheiten

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