Meeresbeckenstrategie: Adria und Ionisches Meer

Von einer maritimen zu einer makroregionalen Strategie für die Region Adria–Ionisches Meer

Die Europäische Kommission hat am 17. Juni 2014 eine neue EU-Strategie für die Region Adria–Ionisches Meer angenommen.

Die Strategie konzentriert sich auf die Möglichkeiten der Meereswirtschaft – „blaues Wachstum“, Land-See-Verkehr, Energieanbindung, Schutz der Meeresumwelt und nachhaltiger Tourismus – die alle eine entscheidende Rolle für die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Belebung des Wirtschaftswachstums in der Region spielen. Ausgangspunkt war die Meeresstrategie für das Adriatische und das Ionische Meer vom 30. November 2012, die nun in die neue Strategie eingebettet wurde.

Dies ist die erste makroregionale EU-Strategie, in deren Rahmen ein so großer Anteil an Nicht-EU-Ländern (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Serbien) mit EU-Ländern (Kroatien, Griechenland, Italien und Slowenien) zusammengearbeitet hat. Für die Entwicklung der einzelnen Teile des Aktionsplans waren jeweils ein Nicht-EU-Land und ein EU-Land gemeinsam verantwortlich:

1. Griechenland und Montenegro koordinierten die Arbeiten zum „blauen Wachstum“. Ziel ist ein innovatives maritimes und marines Wachstum in der Region, das durch die Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung und Beschäftigung sowie Geschäftsmöglichkeiten in der „blauen“ Wirtschaft erreicht werden soll.

2. Italien und Serbien waren für die „Vernetzung der Region“ (Verkehrs- und Energienetze) verantwortlich. In diesem Bereich sollen Verkehrs- und Energieanbindungen in der Region und Europa insgesamt verbessert werden.

3. Slowenien arbeitete gemeinsam mit Bosnien und Herzegowina am Kapitel zur „Umweltqualität“. Hier soll vor allem durch eine bessere Zusammenarbeit auf regionaler Ebene eine Verbesserung erzielt werden.

4. Kroatien und Albanien beschäftigten sich mit dem Thema „nachhaltiger Tourismus“. Die Region soll ihr volles Potenzial in Bezug auf innovativen, nachhaltigen, verantwortungsbewussten und hochwertigen Tourismus entfalten.

Kapazitätsaufbau, Forschung, Innovation und kleine und mittlere Unternehmen sind bereichsübergreifende Aspekte, die ebenso wie die horizontalen Themen Klimaschutz und Klimaanpassung sowie Katastrophenrisikomanagement in allen vier Bereichen zum Tragen kommen.

Hintergrund

In der Strategie für das Adriatische und das Ionische MeerAlle verfügbaren Übersetzungen. (2012) wurde der Bedarf an meeresbezogenen Tätigkeiten und deren Potenzial bewertet und ein Rahmen für gemeinsame Maßnahmen aller Akteure mit folgenden Zielen gesteckt:

  • eine blühende Meereswirtschaft, die Wachtstum und Arbeitsplätze schafft,
  • eine gesündere Meeresumwelt,
  • ein sichererer Meeresraum und
  • eine nachhaltige und verantwortungsvolle Fischerei.

Diese Ziele bildeten die vier Schwerpunkte der Strategie und wurden in ausführlichen Befragungen der Interessenträger im Jahr 2012 ermittelt (Workshops (1: Athen 2: Triest und 3: Portoroz). Die Ziele und vorgeschlagenen Maßnahmen waren auch Thema der Konferenz der Interessenträger „Fahrplan für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum für das Adriatische und Ionische Meer“ (Zagreb, Kroatien, 6. Dezember 2012).

Die 2012 eingeschlagene Richtung wurde von den Teilnehmern bestätigt, so dass mit den Arbeiten an einem Aktionsplan begonnen werden konnte (siehe Schlussfolgerungen der Konferenz pdf - 31 KB [31 KB] Alle verfügbaren Übersetzungen.). Es wurde jedoch auch auf die Notwendigkeit einer umfassenderen makroregionalen Strategie hingewiesen.

Die Meeresstrategie wurde vollständig in die EU-Strategie für die Region Adria–Ionisches Meer eingebettet (VideoAlle verfügbaren Übersetzungen.).

Der Europäische Rat vom 13./14. Dezember 2012 pdf forderte die Europäische Kommission offiziell auf, bis Ende 2014 eine EU-Strategie für die Region vorzulegen und sich dabei auf die Erfahrungen mit den Strategien für den Donau- und Ostseeraum zu stützen. In die neue Strategie flossen auch die Ergebnisse einer Online-Konsultation der Interessenträger ein, die zwischen September 2013 und Januar 2014 durchgeführt wurde, sowie Diskussionsergebnisse des Seminars „Förderung des „blauen“ Wachstums in der Region Adria–Ionisches Meer: Vorbereitung eines Aktionsplans im Rahmen der EU-Strategie für die Region Adria–Ionisches Meer“ (Brüssel) und der Konferenz der Interessenträger in Athen am 6./7. Februar 2014. Die Strategie wurde dem Rat am 18. Juni 2014 übermittelt. Mit der Annahme wird gegen Ende des Jahres unter italienischem Vorsitz gerechnet.

In zwei Studien wurde das Potenzial für blaues Wachstum des Adriatischen und Ionischen Meeres bewertet und der derzeitige Status und die Entwicklungsmöglichkeiten maritimer Cluster in den Meeresgebieten analysiert. Die Ergebnisse wurden im Meeresforum veröffentlicht.

Neuigkeiten

  • 29/04/2016 - A summit for the Mediterranean

    Commissioner Karmenu Vella was invited to deliver a speech at the “Mediterranean Leadership Summit” organized by the Economist in Malta on 28 and 29 April 2016. The conference comes at a time when the countries of the Mediterranean Sea are called upon to share their vision for stability, growth and competitiveness in the region.

  • 28/04/2016 - Commissioner Vella launches #MedFish4Ever campaign

    Many Mediterranean fish stocks are in a worrying state, with alarming consequences for income and jobs in the Mediterranean fishing sector. To highlight the need for action, European Commissioner for Fisheries and Maritime Affairs, Karmenu Vella, yesterday launched the campaign #MedFish4Ever. More than 80 representatives from EU institutions, European regions, business, and NGOs gathered at the European Commission stand at the Seafood Global Expo in Brussels for the launch event.

  • 28/04/2016 - Brussels: Governments discuss the future of the Mediterranean at Seafood Expo

    Concerned with the steep decline of fish stocks in the Mediterranean, on 27 April Commissioner for the Environment, Maritime Affairs and Fisheries Karmenu Vella hosted a high level Ministerial meeting with fisheries ministers from countries bordering the Mediterranean. Nineteen out of twenty-two riparian countries were represented, as well as GFCM (General Fisheries Commission for the Mediterranean), FAO and MEDAC (Mediterranean Advisory Council).