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Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Das am 5.-6. November 2013 in Pars veranstaltete Seminar befasste sich mit Frankreichs Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung und Elternschaft. Im Mittelpunkt stand eine breite Palette von Vorkehrungen für eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.

Die vorgestellten bewährten Verfahren aus Frankreich umspannen unterschiedliche Werkzeuge für den Ausbau eines vielfältigen Kinderbetreuungsangebots, das es Frauen wie Männern erleichtern soll, einen besseren Ausgleich zwischen Beruf und Familie zu finden.

2009 wurde von der Staatlichen Kasse für Familienbeihilfen (CNAF) die Webseite eingerichtet, mit dem vorrangigen Ziel, Familien und Fachkräfte über das landesweit verfügbare Angebot an Kinderbetreuungsstätten und -aktivitäten zu informieren. Unter anderem können die Kontaktdaten von über 135.000 zugelassenen Tagesmüttern und Tagesvätern abgefragt werden.

Das zweite Beispiel hatte die Rolle der Tagesmütter und Tagesväter, einer in Frankreich weit verbreiteten Form der bezahlten Kinderbetreuung zum Gegenstand. Tagesmütter und Tagesväter sind Fachkräfte, die gegen Entgelt die Kinderbetreuung übernehmen, im Allgemeinen bei sich zuhause, z. T. auch in Kindertagesstätten. Um den Informationsfluss und den Austausch zwischen Eltern und Tagesmüttern/Tagesvätern zu begünstigen, wurden sog. „Kinderbetreuungsteams“ ins Leben gerufen. Diese unterstützen auch Tagesmütter und Tagesväter in der Ausübung ihres Berufs, u. a. mit Schulungs- und Begleitaktivitäten. Die Tätigkeit der Tagesmütter und Tagesväter unterliegt gesetzlichen Auflagen, die eine hochwertige Betreuung gewährleisten sollen.

Nicht zuletzt wurde der CESU-Dienstleistungsscheck präsentiert, mit dem Private personenbezogene und Haushilfe-Dienstleistungen begleichen können, u. a. auch die Dienste von Tagesmüttern und Tagesvätern, häusliche Kinderbetreuung und Hausunterricht. Für im Rahmen des CESU beanspruchte Dienstleistungen werden Steuervergünstigungen gewährt. Das Instrument trägt außerdem zur Eindämmung von illegaler Arbeit in den betreffenden Sektoren bei.

Ergänzend zum französischen Instrumentarium wurden die Ergebnisse einer Studie über volkswirtschaftliche und fiskalische Effekte des Ausbaus der Kinderbetreuung in Österreich vorgestellt. Die Studie bestätigte, dass sich die Investition in Kinderbetreuung mittelfristig bezahlt macht. Besonders erwähnt wurden die überaus positiven Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation, da Investitionen in Kinderbetreuung auf mehrfache Weise zur Beschäftigungsförderung beitragen: Auf direktem Weg (mehr Kinderbetreuungspersonal, Arbeitsplätze in der Berufsausbildung usw.), indirekt (mehr Einkommen dank steigendem Konsum) und nicht zuletzt, indem Eltern (v. a. Mütter) in die Lage versetzt werden, (mehr) zu arbeiten. Die Studie kommt folglich zu dem Schluss, dass in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein maßgeblicher Faktor für die weibliche Erwerbsbeteiligung und die Wettbewerbsfähigkeit steckt, und dass unter Berücksichtigung der langfristigen Vorteile der frühkindlichen Erziehung das Nutzenpotential weiter zunimmt.

Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer würdigten ganz besonders die beeindruckende Vielfalt der Kinderbetreuungsvorkehrungen in Frankreich, die Eltern eine große Wahlfreiheit eröffnen, sowie das französische Informations- und Qualitätssicherungssystem. Wie in der weiteren Diskussion erörtert wurde, setzt sich zusehends die Erkenntnis durch, dass die Verfügbarkeit von Kinderbetreuungsdienstleistungen nicht nur der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen, sondern auch dem Wirtschaftswachstum zugute kommt. Analog dazu wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, Männer in die Debatte um eine bessere Vereinbarkeit von Arbeitsleben und Privatleben einzubeziehen. 

Dokumente zum Thema

Diskussionspapier (Nur in Englisch):

Frankreichpdf(597 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 

Stellungnahmen der teilnehmenden Länder (Nur in Englisch):

Belgienpdf(340 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Griechenland (official comment paper)pdf(219 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Griechenland pdf(368 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Kroatienpdf(436 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Finnlandpdf(365 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Italienpdf(403 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Lettlandpdf(532 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Litauenpdf(420 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Luxemburgpdf(391 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Polenpdf(614 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Portugalpdf(380 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Rumaenienpdf(369 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Serbienpdf(393 kB) Übersetzung für diesen Link wählen 
Slowakeipdf(378 kB) Übersetzung für diesen Link wählen