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„Equal Pay Days“ RSS

Das am 18.-19. Juni 2013 in Tallinn veranstaltete Seminar konzentrierte sich auf drei Vorgehensweisen für die Organisation von Equal Pay Days, die auf die Sensibilisierung für die geschlechtsspezifische Lohnlücke abzielen.

Estland stellte seine Kampagne „Tilliga ja tillita“ vor, die vom estnischen Verband Business and Professional Women (BPW) getragen und finanziert wird. Die nationale Kampagne will die öffentliche Debatte zum geschlechtsspezifischen Lohngefälle und zu dessen Folgen für die estnische Gesellschaft anregen. Aufhänger ist ein witziges Wortspiel, die Abwicklung beruht auf der Mitwirkung von Restaurants und Cafés. Das bewährte Verfahren macht die wichtige Rolle von NROen deutlich, wenn es darum geht, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, einen Haltungswandel anzustoßen und das Medieninteresse zu wecken.

In Belgien organisieren die drei größten Gewerkschaften seit mehreren Jahren Equal Pay Days. Eingesetzt werden humorvolle Posterkampagnen, Radio- und TV-Spots, Banner, Buttons, Infobroschüren, eine eigene Webseite, die sozialen Medien, Videoclips u. dgl. Inhalte und Instrumente der – teilweise recht provokanten – Kampagnen variieren je nach Perspektivenschwerpunkt der jeweiligen Gewerkschaft. Ziel ist es, das Bewusstsein zu fördern, Veränderungen herbeizuführen und möglichst viele Zielgruppen zu mobilisieren und informieren (Gewerkschaftsmitglieder, Politikverantwortliche, ArbeitgeberInnenverbände und die breite Öffentlichkeit).

In Spanien legte der MinisterInnenrat 2010 ein fixes Datum für den Equal Pay Day fest (während in den meisten anderen Staaten die Statistiken zum Entgeltabstand den Ausschlag geben). Es handelt sich um den 22. Februar. Es werden u. a. Lotterielose und Briefmarken mit einem eigens entworfenen Logo ausgegeben. Die nationalen Kampagnen tragen dazu bei, Unternehmen, Medien, öffentliche Organe, die sozialpartnerschaftlichen Organisationen und die Gesellschaft allgemein auf das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen.

Die Diskussionen im Seminarverlauf förderten zu Tage, dass wirksame Kampagnen auf den kulturellen Kontext im jeweiligen Mitgliedstaat abgestimmt sein müssen. Provokante Kampagnen etwa erweisen sich in manchen Staaten u. U. als kontraproduktiv, während ein legerer, humorvoller und kreativer Tenor das Problembewusstsein für diese komplexe Angelegenheit fördern kann. Darüber hinaus erachteten es die TeilnehmerInnen als wichtig, die Mitwirkung von ArbeitgeberInnen bei Aktivitäten rund um die Aktionstage und bei der Bekämpfung des Entgeltabstands zu verstärken. Weiters wurde die Frage angesprochen, ob die Abhaltung des Equal Pay Day an einem festen oder aber einem beweglichen Datum wirksamer ist. Die erste Option wäre einprägsamer, die zweite kann Veränderungen im Lohnabstand – und damit etwaige Fortschritte von einem Jahr zum nächsten – sichtbar machen und veranschaulicht, wie viele Tage Frauen länger arbeiten müssen, um das männliche Einkommensniveau zu erreichen. Schließlich wurden Möglichkeiten erörtert, um bei der Veranstaltung nationaler und europäischer Equal Pay Days die Zusammenarbeit und Koordination zwischen der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten und relevanten Anspruchsgruppen zu verstärken.

Dokumente zum Thema

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Diskussionspapier (Nur in Englisch):

Stellungnahmen der teilnehmenden Länder (Nur in Englisch):