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Gender-Training im Bildungsbereich RSS

Im Oktober 2012 fand in Portugal ein Seminar zum Austausch bewährter Verfahren zum Themenkomplex „Gender-Training im Bildungsbereich“ statt. Dabei wurden einschlägige Beispiele aus Portugal, Spanien und Dänemark beleuchtet.

Portugal stellte die 2008 ins Leben gerufenen „Bildungsleitfäden Gender und StaatsbürgerInnenschaft“ vor. Sie richten sich an LehrerInnen von der Vorschulstufe bis Ende der Sekundarstufe und verfolgen als zentrales Ziel die durchgängige Verankerung der Geschlechtergerechtigkeit in schulischen Einrichtungen, um geschlechtsspezifische Stereotype schrittweise auszuräumen. Die Leitfäden sind so konzipiert, dass sie zu einer effektiven Einflechtung der Genderdimension in den gesamten Lehrplan beitragen. Ergänzend dazu wurden den Lehrenden Weiterbildungen angeboten, um ihre Mitwirkung am Umsetzungsprozess nachdrücklich zu sichern.

Spanien präsentierte einen Online-Kurs mit dem Titel „Koedukation: Zwei Geschlechter in einer Welt“. Der siebenteilige Kurs ist auf PädagogInnen (von Kindergarten bis Sekundarstufe) ausgerichtet. Das vordergründige Ziel besteht darin, Unterrichtende auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufmerksam zu machen und traditionelle geschlechtsspezifische Stereotype aufzubrechen. Erziehenden wird ein umfangreiches Material mit Nachdenkübungen, Lesebeispielen, Videos und Links geboten, die im Unterrichtsalltag den Weg zu einer gendergerechten Arbeitsweise ebnen.

Dänemark stellte zwei unterschiedliche Projekte vor: Das erste ist ein Kinderbuch mit einem pädagogischen Begleithandbuch für den Einsatz in Kindergärten (Fünf- bis Sechsjährige). Ziel ist es, unterschiedliche Verhaltenserwartungen an Mädchen und Jungen zu hinterfragen und herkömmliche Geschlechterstereotype zu durchbrechen. Zweitens: Ein Magazin und ein Film/CD für Mädchen und Jungen, ergänzt durch ein Begleithandbuch für Unterrichtende zum Thema des sog. „Porn Chic“, richten sich an 14- bis 16jährige SchülerInnen. Der Diskussionsschwerpunkt liegt hierbei darauf, wie unterschiedlich Mädchen und Jungen den eigenen Körper wahrnehmen und welchen Einfluss Symbole und Codes aus der Softpornografie, wie sie über die Massenmedien verbreitet werden, haben.

Die Debatten im Seminarverlauf bekräftigten die maßgebliche Bedeutung von Unterstützung und Weiterbildung zugunsten der Unterrichtenden für die Förderung des Gleichstellungsgrundsatzes. Die TeilnehmerInnen hoben außerdem hervor, dass seitens der zentralen Anspruchsgruppen ein breites und nachhaltiges Politikengagement erforderlich ist. Auch der gesetzliche und strategische Rahmen für die Bildungsarbeit und die Notwendigkeit einer Langzeitstrategie zur Bestandssicherung der Projekte wurden als wichtige Punkte festgehalten. Die direkte Arbeit mit Lehrenden und Lernenden wurde als zentrales Element erachtet, doch auch die Eltern müssen einbezogen werden.

Dokumente zum Thema:

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Diskussionspapier:

 Stellungnahmen der teilnehmenden Länder: