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Frauen in Entscheidungspositionen RSS

Gegenstand des Austausches bewährter Verfahren (Oslo, 10.-11. Mai 2012) waren Handlungsmöglichkeiten, um die Stellung der Frauen in wirtschaftlichen Entscheidungspositionen zu festigen. Neben dem Konzept des Gastgeberlandes wurden auch die Maßnahmen aus zwei assoziierten Ländern – Dänemark und Großbritannien – erörtert. Insgesamt 14 weiterte Staaten beteiligten sich an der Debatte.

In Norwegen werden seit geraumer Zeit Anstrengungen unternommen, die Teilhabe der Frauen am Wirtschaftsleben zu fördern. Diese Agenda fügt sich in ein breiteres Politikspektrum zur Geschlechtergleichstellung ein und resultiert aus der Bestrebung, das Humanressourcenpotential des Landes vollständig auszuschöpfen. In der Vergangenheit waren mehrere freiwillige Maßnahmen zugunsten einer ausgewogeneren Geschlechtervertretung in bestimmten Segmenten der Arbeitswelt gesetzt worden – jedoch mit eingeschränktem Erfolg. Anknüpfend an die ersten Vorschläge zur Einführung einer Frauenquote lancierte der norwegische Unternehmensverband (NHO) die Initiative „Female Future“, um die Präsenz qualifizierter weiblicher Beschäftigter in Führungsebenen und Aufsichtsräten zu begünstigen. Das auf Freiwilligkeit beruhende Konzept wurde indes durch eine verpflichtende Quote für die Zusammensetzung der Leitungs- und Kontrollinstanzen von Privatbetrieben abgelöst. Diesem Gesetzesinstrument verdankt sich ein Anstieg des Frauenanteils in Aufsichtsräten von 7 % auf die anvisierten 40 %, allerdings stagnieren die Zahlen seit mehreren Jahren.

Etwas anders die Vorgehensweise in Dänemark: Hier kommen grundsätzlich auf Freiwilligkeit beruhende Mechanismen zum Zug, die jedoch durch eine solide Zusammenarbeit zwischen Ministerien und Regierungsorganen sowie das Konsensprinzip unter Interessenvertretungen untermauert werden. 2010 wurde die sog. „Operation Kettenreaktion“ eingeleitet. Sie enthält einen fünfteiligen Anforderungskatalog für Aktiengesellschaften, um den Frauenanteil in den Aufsichtsräten zu verbessern, wobei für die Zielverwirklichung alle Seiten – EigentümerInnen, bestehende Aufsichtsratsmitglieder und Personalagenturen – involviert werden. Eine in Dänemark unlängst verabschiedete Gesetzesmaßnahme schreibt vor, dass Unternehmen Zielgrößen für die Vertretung des in Aufsichtsräten unterrepräsentierten Geschlechts aufstellen.

Das Instrumentarium im Vereinigten Königreich ist bislang überwiegend auf unternehmerische Eigeninitiativen ausgerichtet, unter besonderer Berücksichtigung der Wachstumszwänge und der lückenlosen Nutzung des verfügbaren Humankapitals. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die umfassenden Gesetzesbestimmungen zur Geschlechtergleichstellung sowie die erheblichen Fortschritte in der Vergangenheit, was die Schaffung günstiger Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Arbeitsleben und Privatleben anbelangt. Doch trotz der seit gut zehn Jahren praktizierten einschlägigen Rechenschaftsberichte geht die Entwicklung nur langsam voran. Aus diesem Grund wurde 2010 der sog. „Davies Report“ eingesetzt, mit dem Auftrag, Überprüfungen und Befragungen zu erzielten Veränderungen durchzuführen. Eine Quotenregelung wurde angedacht, erhielt jedoch nicht die nötige Unterstützung. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf Ermutigung und Unterstützung für ArbeitgeberInnen, den Frauenanteil in Aufsichtsräten zu verstärken, mit dem Ziel, dass diese Verfahrensweise in möglichst vielen Unternehmen Nachahmung findet.

Relevante Dokumente:

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Diskussionspapier (Nur in Englisch): 

Stellungnahmen der teilnehmenden Länder (Nur in Englisch):