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Instrumente zum Abbau des geschlechtsspezifischen Lohngefälles in Betrieben RSS

Bei dem am 5.-6. Dezember 2011 in Deutschland veranstalteten Austausch bewährter Verfahren wurden Lösungsansätze erörtert, um die geschlechtsspezifische Lohnlücke zu reduzieren. Deutschland und Österreich stellten ihre bewährten Methoden auf diesem Gebiet vor.

Deutschland weist mit ca. 23 % gegenüber dem europäischen Durchschnitt (17 %) hohe geschlechtsspezifische Lohnunterschiede auf. Um an dieses Problem heranzugehen, wurde eine Softwareanwendung namens Logib-D (Lohngleichheit im Betrieb – Deutschland) geschaffen, die mehrere miteinander verknüpfte Module umfasst:

  • Eine Software gestattet es Unternehmen, statistische Bewertungen der Entgeltgleichheit durchzuführen und mögliche Ursachen eines Lohnabstands zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten im Betrieb auszuloten.
  • Ein kostenloses Beratungspaket für Unternehmen, die für die Inanspruchnahme von Logib ein entsprechendes Zertifikat tragen dürfen.
  • Eine aktuelle Webseite zur Entgeltgleichheit.

In Österreich verdienen Frauen um ein Viertel weniger als Männer. Eine Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes soll hier Abhilfe schaffen. In einem Stufenplan werden Unternehmen ab einer bestimmten Größe dazu verpflichtet, einen „betrieblichen Einkommensbericht“ zu erstellen. Ergänzend dazu wurden für Stellenanzeigen verpflichtende Angaben zu den Entgeltbedingungen festgesetzt, und die österreichische Gleichbehandlungsanwaltschaft hat mehr Zuständigkeiten in Fragen der Lohndiskriminierung erhalten. Diese Maßnahmen zielen auf eine verstärkte Lohntransparenz ab.

Die Diskussionen im Seminarverlauf verdeutlichten eine Reihe wichtiger Aspekte: Verfügbarkeit und Qualität des Datenmaterials; lebenszyklusorientiertes Herangehen an die Thematik; Rolle der ArbeitgeberInnen und sozialpartnerschaftlichen Organisationen für die Überwindung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles; und die Notwendigkeit, diese Maßnahmen in breitere Strategien einzubinden, die den Ursachen der Geschlechterkluft auf den Grund gehen. Eine einhellige Schlussfolgerung lautete, dass sich Unternehmen mit Gleichstellungsmaßnahmen Vorteile eröffnen, auf die häufiger aufmerksam gemacht werden muss. Abschließend wurde betont, dass Gleichstellungspolitik auch in Krisenzeiten aufrecht erhalten werden muss.

Relevante Dokumente

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Diskussionspapier (Nur in Englisch):

Stellungnahmen der teilnehmenden Länder (Nur in Englisch):